EUROMILLIONS: Was machen mit einem 218-Millionen-Gewinn? Fünf Redaktoren und ihre Träume

Dieser Freitagabend könnte Ihr Leben komplett verändern: Satte 218 Millionen Franken gibt es bei Euro Millions zu gewinnen. Doch angenommen, man ist der oder die Glückliche: Was tun mit so viel Geld? Fünf Vorschläge aus der Online-Redaktion.

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Es darf geträumt werden: Wer holt den grossen Euro-Millions-Jackpot? (Bild: Janique Weder)

Es darf geträumt werden: Wer holt den grossen Euro-Millions-Jackpot? (Bild: Janique Weder)

Ich mach mir mein Open-Air
218 Millionen Franken – würde ich bei Euro Millions tatsächlich den Jackpot abräumen, ich würde mir Tickets fürs Open Air St.Gallen kaufen. Alle davon.

Die Hälfte der Billette würde ich sofort verbrennen, denn im Tobel wurde es mit den Jahren immer voller. Die übrigen würde ich verschenken. Aber nur an Leute, die eins verdienen. Ein Casting würde ich veranstalten, am besten würde ich dafür wohl eine Olmahalle mieten. Und dann ein kurzes Bewerbungsgespräch mit jedem Open-Air-Gänger führen: "Wie, du willst in den Bacardi-Dome? Der Nächste! Du stehst auf Strohhüte? DER NÄCHSTE!"

Johannes Wey. (Bild: Ralph Ribi)

Johannes Wey. (Bild: Ralph Ribi)

Mit dem übrigen Geld würde ich dem Festival den einen oder anderen Rock-Act sponsern. Vom selben Format wie beispielsweise "R.E.M." oder "Foo Fighters" (aus heutiger Sicht kaum zu glauben, dass die 2005 beide im Sittertobel waren). Die Bedingung wäre allerdings: "Knöppel" müssten wieder dabei sein. Diesmal auf der grossen Bühne, zur Primetime.

Johannes Wey

Ich schenke der Stadt einen See
Sollte ich tatsächlich den Euro-Millions-Jackpot gewinnen, würde ich einen Fehler beheben, den ein Mönch namens Gallus vor 1405 Jahren begangen hat. Ich würde der Stadt St.Gallen ein würdiges Umfeld verleihen: Ich würde sie an den Bodensee verlegen.

Technisch gesehen ist das kein Problem. Wenn man Villen auf Rollen verschieben kann, kann man auch Städte verschieben. So würde ich sämtliche Quartiere das Galgentobel runtersausen lassen. Neudorf, Heiligkreuz, Lachen, Rotmonten, St.Georgen. Liesse man den Christbaum auf dem Klosterplatz vier Jahre lang Wurzeln schlagen, könnte man beim Abtransport per Helikopter bequem die ganze Klosteranlage mitnehmen.

Adrian Lemmenmeier. (Bild: Urs Bucher)

Adrian Lemmenmeier. (Bild: Urs Bucher)

Der Umzug würde zweifelsfrei mehrere Probleme lösen: Das Weihern Open Air müsste sich mangels Anwohnern nicht mit Dezibel-Empfehlungen herumschlagen. Das Brummen im Tschudiwies würde niemanden mehr stören. Die Stadt müsste keinen Olma-Deckel bauen, denn das Messegelände würde ich lassen, wo es ist.

Natürlich ist diese Idee utopisch. Natürlich ist das nicht möglich. Natürlich ist das Träumerei. Natürlich: 218 Million sind für ein solches Projekt viel zu wenig. Aber ich verspreche: Wenn ich gewinne, starte ich ein Crowdfunding.

Adrian Lemmenmeier

Ich teile mein Glück
Zweihundertachtzehn! Millionen! Was macht man damit? Mit meinen 27 Jahren habe ich noch eine ungefähre Lebenserwartung von 60 Jahren. Das macht 3,6 Millionen Franken pro Jahr oder 9860 Franken pro Tag. Jeden Tag so viel Geld ausgeben, wird bestimmt langweilig – und anstrengend stelle ich mir das vor. Ausserdem kann es sein, dass ich früher ins Gras beisse. Dies bedeutete dann: Wie gewonnen, so zerronnen.

Janique Weder. (Bild: Urs Bucher)

Janique Weder. (Bild: Urs Bucher)

Stressfreier ist die Teilungsmethode. Es heisst ja nicht umsonst, dass Glück sich verdoppelt, wenn man es teilt. Eine Blitzumfrage im Freundeskreis ("Was würdet ihr mit einem Lottogewinn in der Höhe von 218 Millionen Franken anstellen?") ergab folgende Wunschliste: Südseeinsel, Flug ins All, Sportwagen, mehr Lottoscheine. Ich lobe mir die Bescheidenheit meiner Freunde, denn mit 218 Millionen Franken auf dem Konto dürften all diese Dinge drin liegen. Nur ein Freund wollte partout nicht verraten, was er sich wünscht. "Geht niemanden was an", meinte er. Sein Pech. Er kriegt dann halt auch kein Stück vom Kuchen.

Janique Weder

Ich würde mich total verzetteln
218 Millionen Franken – unvorstellbar viel Geld. Als Mensch, der nicht viele materielle Wünsche hat, ist allein schon die Vorstellung, so viel Geld zu besitzen, die pure Überforderung. Was sicher nicht geht: Das Geld auf der Bank anlegen. Also ausgeben, und ich weiss jetzt schon, dass ich mich dabei voll verzetteln würde. Ich würde etwas verschenken, den Jungen, allen Freunden und Verwandten, etwas weitergeben an soziale Kinderhilfswerke. Bisschen Weltreise und zur Kompensation eine Solaranlage auf dem Dach und ein schickes Elektroauto posten.

Christa Kamm-Sager. (Bild: Urs Bucher)

Christa Kamm-Sager. (Bild: Urs Bucher)

Was aber ganz sicher wäre: Ein Zweitwohnsitz an einem warmen, schönen, friedlichen Ort müsste sein. Dort würde ich die kalten Wintermonate verbringen und alle Lieben einladen, und jeden Abend würden wir das Leben feiern, Cüpli trinken, Häppchen essen und in weissen Kleidern am Strand bei Vollmond tanzen. Und alle Sorgen blieben daheim, an der Kälte.

Christa Kamm-Sager

Ich mach den FCSG zum Meister!
218 Millionen Franken. Was könnte man mit so viel Geld doch alles machen. Als Fussballfan ist die Sache für mich klar: Dank mir wird St.Gallen zum dritten Mal in der Geschichte Schweizer Meister. Natürlich würde dabei ein Teil des Geldes direkt dem FCSG zu Gute kommen.

Tim Naef. (Bild: Ralph Ribi)

Tim Naef. (Bild: Ralph Ribi)

Der grösste Teil allerdings ginge für Anteile am FC Basel drauf. Und wenn ich am Rheinknie einmal Mehrheitsaktionär wäre, würden sämtliche Leistungsträger in die Ostschweiz transferiert. Dann trügen Ricky van Wolfswinkel, Michael Lang und Mohamed Elyounoussi nicht mehr Rotblau, sondern Grünweiss. Und da YB so oder so nur Zweiter wird, fände die Meisterfeier nicht auf dem Barfüsser-, sondern auf dem St.Galler Marktplatz statt! Was genau so schön wäre: Währenddessen dürfte sich der FCB mit Lugano um die rote Laterne streiten. Und wenn ich schon mal in Basel wäre, dürfte Davide Callà nur noch Burger braten.

Tim Naef