«Es war wie einen Berg bezwingen»

Nachgefragt

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Der französische Regisseur Luc Besson bringt einen Helden seiner Kindheit auf die Leinwand: den Raum-Zeit-Agenten Valerian, der sich seit 50 Jahren durch Comicabenteuer kämpft. «Valerian and the City of a Thousand Planets»startet heute in den Schweizer Kinos.

Luc Besson, wie lange ist in Ihnen der Plan gereift, diesen Film zu drehen?

Eigentlich seit 20 Jahren. Ich habe mit dem Autor Jean-Claude Mézières schon bei «The Fifth Element» gearbeitet. Er fragte: «Warum drehst du das hier und keinen Valerian-Film?» Ich sagte ihm: Weil es unmöglich ist. Es geht um drei Menschen und 2000 Aliens. Es war technisch einfach nicht möglich. Also mussten wir abwarten. Vor zehn ­Jahren kaufte ich die Rechte und begann nach und nach, die Teile zusammenzusetzen. Es war wie einen Berg bezwingen.

Sie haben die Special-Effect-Macher von «Star Wars» als auch von «Lord of the Rings» engagiert. Warum beide?

Interessanterweise wollte jeder der beiden den Film allein übernehmen. Als sie sich das Skript dann genauer ansahen, sagten sie: Vielleicht doch nicht. Es sind 2734 Einstellungen mit Special Effects. In «The Fifth Element» waren es noch 188 gewesen. Am Ende waren sie froh, es sich geteilt zu haben. Wir haben sogar eine dritte Firma dazugeholt.

Sie sollen keine zehn Jahre alt gewesen sein, als Sie auf «Valerian» stiessen?

Die Valerian-Geschichten waren in der Comiczeitschrift «Pilote» abgedruckt, die jeden Mittwoch erschien. Ich hatte also jede Woche nur zwei neue Seiten, da gab es noch kein Internet. Diese Comics waren meine Flucht, ein Fenster ins All.

Die Filmhelden wirken sexyer und forscher als im Comic.

Was ich aus dem Original vor allem übernommen habe, ist, dass Valerian ein Angeber ist. Er lügt auch manchmal. Oft hat er einfach nur Glück. Laureline ist das Gehirn im Team. Es sind echte Menschen, sie sind in keiner Weise Superhelden. Für mich stand das im Mittelpunkt.

Es sollen mehr als 2000 Menschen am Film mitgewirkt haben. Wie viele davon sind Schauspieler?

Die Schauspieler sind darin gar nicht eingerechnet, damit waren nur die Techniker gemeint. 900 haben allein an den Special Effects gearbeitet. Was die Schauspieler angeht: Hinter jedem Lebewesen im Film, sogar dem Hundemonster, steckt ein Schauspieler. Ich will nicht, dass meine Schauspieler mit einem Tennisball reden, so wie andere das machen. (dpa)