Es geht also doch

Look

Katja Fischer De Santi
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Es geht also doch

Es geht also doch

Das Luxusmodehaus Gucci kündigte gestern an, künftig auf Pelz zu verzichten. Gut Ding will Weile haben. Die ersten Proteste gegen Pelzmode datieren auf das Jahr 1985. In den 90er-Jahren posierten dann Naomi Campbell und ihre Supermodel-Kolleginnen unter dem Motto «Lieber nackt als Pelz» für die Kampagne von Peta. Das hat damals für viel Wirbel gesorgt, gebracht hat es wenig. Selbst Campbell liess sich wenige Jahre später wieder im Tierfellmantel ablichten.

Regelmässig flogen also Farbbomben auf Jet-Set-Ladies und ebenso regelmässig wurde Pelz als der«neue» Trend ausgerufen. Die Label-Chefs erklärten treuherzig, ihre Kundinnen würden unbedingt Pelzmäntel kaufen wollen, und die Kundinnen glaubten den Designern, dass sie ohne Pelz unmöglich durch den Winter kommen könnten.

Und nun geht’s also plötzlich doch ohne, wie auch schon Armani und Hugo Boss bewiesen haben. Das mag einerseits an den immer besseren künstlichen Pelzen liegen, andererseits am Zeitgeist. Dass Gucci-Chef Bizzarri nun aber behauptet sein Label wolle mit dem Pelzverzicht demonstrieren, «dass Nachhaltigkeit ein Kernbestand unseres Geschäfts» sei, ist gelinde gesagt lächerlich.

Katja Fischer De Santi