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«Es fehlt an Totholz in den Wäldern»

Die dreissig Fledermausarten in der Schweiz sind auf Nachtfalter und grosse Käfer sowie auf Wohnräume angewiesen. Hanspeter Stutz wird morgen im Zoo Zürich das Informations- und Ausbildungszentrum «Fledermaus-Welt» eröffnen.
Bruno Knellwolf
Hans-Peter Stutz Stiftung Fledermausschutz, Präsident des Stiftungsrates (Bild: pd)

Hans-Peter Stutz Stiftung Fledermausschutz, Präsident des Stiftungsrates (Bild: pd)

Herr Stutz, Häuser werden energieeffizient und dicht gebaut. Wo bleibt Platz für die Fledermäuse?

Hanspeter Stutz: Diese dichten Fassaden und vor allem die vielen Dachstockausbauten sind ein Problem wie auch die Architektur aus Glas, Aluminium und Kunststoff. Wir zeigen deshalb auf, wie man Räume für Fledermäuse schaffen kann. Zum Beispiel mit in die Isolation integrierten Kästen, in denen bis 50 Zwergfledermäuse Platz finden.

Wie steht es um den Bestand der Fledermäuse?

Stutz: Das ist je nach Art ganz unterschiedlich. Sehr häufig ist die Zwergfledermaus, die nicht spezialisiert ist und alles frisst. Schwierigkeiten haben spezialisiertere Fledermäuse.

Gemäss einer deutschen Studie gibt es immer weniger Fluginsekten und somit Nahrung für die Fledermäuse.

Stutz: Es gibt drei Hauptprobleme: Einige Arten sind darauf spezialisiert, Insekten über dem Wasser zu fangen. Die Schweiz trocknet aber aus, das heisst, es hat weniger Feuchträume, wo sie jagen können und sich die Biomasse für die Fledermäuse entwickelt. Zweitens leben gewisse Arten praktisch nur von Nachtfaltern. Deren Vorhandensein ist verknüpft mit Obstgärten, davon gibt es aber immer weniger.

Und drittens?

Stutz: Das Grosse Mausohr zum Beispiel frisst hauptsächlich grosse Laufkäfer. Von diesen gibt es aber auch immer weniger, weil Totholz in den Wäldern fehlt. Die Larven dieser Käfer entwickeln sich im liegengelassenen Holz; fehlt das, hat das Mausohr keine Nahrung. Ein zusätzliches Problem für die Fledermäuse ist die Lichtverschmutzung, denn diese Tiere suchen die Dunkelheit. Die Nachtfalter sterben aber unter den vielen Lampen. Grundsätzlich gilt, dass dreissig verschiedene Fledermausarten, dreissig verschieden Ansprüche haben. Das macht den Schutz nicht einfach. Von der Grossen Hufeisennase gibt es in der Schweiz nur noch zwei bis drei Kolonien.

Wie kann der einzelne den Fledermäusen helfen?

Stutz: Dort, wo es Fledermäuse hat, sollte man so wenig wie möglich verändern und auch etwas tolerant sein, wenn mal ein Dreck aus dem Rollladenkasten fällt. Muss trotzdem umgebaut werden, sollten künstliche Unterschlüpfe geschaffen werden. Viel hilft auch ein naturnaher Garten, der Raupenfutter bietet. Nachtblüher für Nachtfalter, Nelkenarten zum Beispiel.

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