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Erneut Helen Meier begegnen

Die Appenzeller Autorin Helen Meier geht auf Lesetour. Begleitet wird sie von der Schauspielerin Heidi Maria Glössner.

«Übungen im Torkeln entlang des Falls» – so lautet der Titel ihres aktuellen Geschichtenbandes. Was haben wir mit Helen Meiers Texten zu schaffen? Dies wird in den Lesungen der Schauspielerin Heidi Maria Glössner auf neue Art zu erleben sein. Die Lesereise führt die beiden Frauen von Trogen über Appenzell, St. Gallen bis nach Gottlieben, dann auch nach Zürich, Bern und Basel. Der Herausgeber Charles Linsmayer moderiert jeweils diese Abende. Sichtbar wird so das Faszinierende, das von Helen Meiers Schaffen und ihrer Persönlichkeit ausgeht. So werden Helen Meiers Leben und Werk als Zeugnis für ein Dasein, das uns Wesentliches zu sagen hat, auf einmalige Weise lebendig, lässt uns jede dieser Veranstaltungen an ihrer Sprache und ihrem Wahrnehmen und Denken teilnehmen. Und das macht staunen.

Helen Meiers Geschichten sind Momente im Leben eines Menschen. Wir kennen diese und doch sind sie mit jeder Erzählung neu. Da steigt einer auf und fällt. Da verliert eine Frau ihren Geliebten. Da wird ein Kind erwachsen. Beim Absturz die Beschwörung des Lebens: «schmerzendschön herzjagend, ungeheuer kostbar». In einer anderen Geschichte das, was zu zahlen ist, wenn wir unseren Weg gehen: «Du musst jetzt gehen.[...] Sie werden dich zum Stolpern bringen.» So heisst es in «Der Preis».

Man erlebt, wie fremd der Mensch ist

Was uns nicht erspart bleibt, sehen wir lesend vor uns. Wir erkennen, empfinden, ahnen, was uns fasziniert, mit Freude erfüllt, verletzt, mit Sehnsucht weiterzugehen fordert. «Lange ging sie und sie ging immer noch, und sie hatte gewusst, dass sie ihn, mochte sie es drehen, wie sie wollte, verloren hatte.» So beginnt die Erzählung «Planet». So lesen wir vom Weitergehen, vom Grundsätzlichen, das uns selbst immer neu betrifft.

Da sehen wir vielleicht mit einer der Erzählungen von Helen Meier das Licht der Pfirsichblüten auf dem Kopf des Kindes torkeln. Und man weiss, dass man selbst einmal dieses Kind war, sieht wieder, wie man erwachsen geworden ist, findet ein Stück weit sich selbst, findet andere, findet Fremde. Und man erlebt, wie fremd der Mensch ist. Wer Helen Meier beim Reden zuhört, staunt dann, wie klar sich das ausdrücken lässt, wie genau Sprache sein kann und wie man auch sich selbst mit Humor und Genauigkeit erkennen kann.

Ruth Erat

ostschweizerkultur@tagblatt.ch

Lesungen: 18.1., 20 Uhr, Kantonsbibliothek Trogen; 19.1., 19.30 Uhr, kleiner Rathaussaal Appenzell; 24.1., 19.30 Uhr, Hauptpost St. Gallen; 9.2., 20 Uhr, Bodmanhaus Gottlieben.

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