Erde unter Hochdruck

In St. Gallen wird in die Erde gebohrt, um deren Wärme für die Energiegewinnung zu nutzen. In den USA wird mit der Fracking-Methode Gas gewonnen. Gegen zwei angedachte Fracking-Projekte in Süddeutschland gibt es Widerstand.

Bruno Knellwolf
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Werkplatz mit Bohrturm im Sittertobel in St. Gallen. (Bild: ky)

Werkplatz mit Bohrturm im Sittertobel in St. Gallen. (Bild: ky)

Wir leben auf einem dünnen Häutchen. Die Erdkruste ist die oberste und dünnste Schale und auf den Kontinenten lediglich etwa 30 bis 40 Kilometer dick. Diese Erdkruste besteht aus festem Gestein – je näher wir dem Kern kommen, desto flüssiger und vor allem heisser wird der Erdinhalt. Angesichts des menschlichen Energiehungers will man die Schätze dieser Erdkruste besser nutzen. Zum einen mit der Geothermie, zum anderen wird versucht, fossile Bodenschätze wie Gas auf neue Art zu fördern, mit Hydro-Fracking.

In St. Gallen haben die Bohrungen für das grosse Geothermie-Projekt begonnen, in Süddeutschland hat nur schon die Ankündigung zweier Projekte, die mit der Fracking-Methode nach Schiefergas bohren wollen, einen Sturm der Entrüstung entfacht. Die Internationale Bodensee-Konferenz sieht wegen der Projekte der beiden britischen Firmen den Trinkwasserspeicher Bodensee gefährdet und lehnt Fracking kategorisch ab.

Ein solches Vorpreschen hält der Geologe Werner Leu, der an der ETH Zürich über Rohstoffe der Erde doziert und Teilhaber der Firma Geoform in Villeneuve ist, allerdings für voreilig, wie er im Interview erklärt. In den USA ist das Fracking weit verbreitet und krempelt das Energiesystem um.

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