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EPIDEMIE: Frösche heilen sich selbst

Ein eingeschleppter Pilz rafft seit Jahren Frösche in Amerika und Australien dahin. Doch immer mehr Tiere können sich gegen den tödlichen Feind wehren.

Vor über zehn Jahren brach bei bestimmten Amphibienarten weltweit eine schwere Epidemie aus. Der Chytridpilz infiziert die Haut von Fröschen, Kröten und Molchen, woraufhin diese innerhalb kurzer Zeit sterben. Der hochansteckende Pilz hat seit seiner Ausbreitung vor allem in Amerika und Australien ganze Arten ausgerottet. Besonders gut dokumentiert ist dieser Zusammenbruch an drei Untersuchungsorten in Panama. Ein Forscherteam der University of Nevada in Reno hat dort erfreuliche Entdeckungen gemacht. Neun von zwölf der analysierten Amphibienarten in Panama, die bereits als nahezu ausgerottet galten, haben sich erholt.

Zwei Froscharten (Atelopus varius und Colostethus panamensis) bilden nun bereits ähnlich grosse Populationen, wie vor dem Auftreten der Epidemie. Der Pilz, der bei einigen Arten fast 100 Prozent der Tiere befallen hatte, ist nun weit weniger verbreitet. Die Wissenschafter verglichen deshalb Erregerstämme des Chytridpilzes aus der Hochzeit der Epidemie von 2004 mit Erregerstämmen aus den Jahren 2012 und 2013, als sich erste Arten bereits erholten. Dabei ergaben sich keine Unterschiede. Der Pilz wächst gleich schnell, ist genauso infektiös und hat sich auch in seinem Erbgut nicht verändert.

Daraufhin testeten die Forscher auch, inwieweit die überlebenden Amphibien sich schützen konnten: Sie untersuchten, wie gut Hautsekrete wirken, welche die Tiere absondern, um den Erreger zu bekämpfen. Der Vergleich zeigte, dass die Hautsekrete während der Epidemie wohl bereits effektiver gegen den Pilz wirkten, als davor. Bei einigen Arten deutlicher als bei anderen.

Schon frühere Studien hatten gezeigt, dass eine gewisse Resistenzbildung möglich ist. So konnten Tiere, die im Labor nur kurzzeitig mit dem Pilz in Kontakt kamen, diesen später meiden und auch eine bessere Immunabwehr aufbauen. Auch hatten Studien bereits ergeben, dass Arten mit bestimmten Genveränderungen des Immunsystems den Pilz abwehren können. (sda)

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