Entschleunigte Bahnhöfe

Bahnhöfe an abgelegenen Orten haben ihren besonderen Charme. Vielleicht einmal in der Stunde fährt ein Zug in jede Richtung, dazwischen ist es ruhig. Keine Spur von Gehetz und Dichtestress. Dafür gibt's eine grandiose Aussicht.

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Wo ist denn hier der Bahnhof-Rummel? Sommernachmittag am Bahnhof St. Peter-Molinis in Graubünden. (Bild: Tonia Bergamin)

Wo ist denn hier der Bahnhof-Rummel? Sommernachmittag am Bahnhof St. Peter-Molinis in Graubünden. (Bild: Tonia Bergamin)

Man kann auf einer Bank sitzen in St. Peter-Molinis, Ligerz oder Bovernier, es ist auf all diesen Kleinbahnhöfen ähnlich: Kein Blick auf Industriegebiete oder mehrstöckige Park-and-Ride-Anlagen, dafür prächtiges Naturpanorama. Anders als die Hauptbahnhöfe der Metropolen stehen die Landbahnhöfe nicht für Stress und Gehetz, sondern für Entspannung und Entschleunigung. Alle Stunde ein Zug in jeder Richtung, da kommt keine Unruhe auf. Trotzdem leisten auch die kleinsten Bahnhöfe, was ein Bahnhof leisten muss: Sie sind Scharniere zwischen zwei Welten. Sie sind Andockpunkte zwischen Kommen, Bleiben und Gehen. Ein Gleis ist auch am entlegensten Ort das Signal, mit dem Rest der Welt verbunden zu sein, die doch angenehm weit entfernt ist. Und wenn's sein muss, hält der tonnenschwere Zug auch auf den Knopfdruck eines einzigen Passagiers. (Hn.)

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