Entführer stellen neues Ultimatum

Die islamistischen Entführer von zwei Deutschen auf den Philippinen haben mit der Ermordung einer der Geiseln in zwei Wochen gedroht, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden. In der Gewalt der Terrorgruppe ist auch der St.Galler Lorenzo Vinciguerra.

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Abu Sayyaf hat dieses Bild der beiden Deutschen veröffentlicht. (Bild: Keystone)

Abu Sayyaf hat dieses Bild der beiden Deutschen veröffentlicht. (Bild: Keystone)

"Nach Freitag, den 17. Oktober 2014 um 15.00 Uhr werden sie eine (der Geiseln) nicht mehr lebend sehen", sagte ein Extremist. Die Öffentlichkeit werde die Hinrichtung zu sehen bekommen, "um zu zeigen, dass wir keine Spielchen spielen", sagte der Mann, der sich als Sprecher der Extremistenorganisation Abu Sayyaf ausgab, am Donnerstag Journalisten am Telefon.

Die der Al-Kaida nahestehende Gruppe verlangt ein Ende der deutschen Unterstützung der US-Militäraktionen gegen die im Irak und Syrien aktive Terrormiliz IS sowie ein Lösegeld in Höhe von 5,6 Millionen Dollar. Ursprünglich hatten die Extremisten gedroht, dass eine der beiden Geiseln enthauptet werde, wenn das Lösegeld nicht bis zum 10. Oktober gezahlt werde.

Die beiden Deutschen, ein über 70-jähriger Mann und eine Frau Mitte 50, wurden im April mit Waffengewalt von ihrer Jacht zwischen der Insel Borneo und den Philippinen verschleppt.

Ebenfalls in der Gewalt der Entführer ist der St.Galler Tierpräparator Lorenzo Vinciguerra. Der damals 47-Jährige wurde Anfang Februar 2012 entführt. Der Hobby-Ornithologe wollte auf Sulu seltene Vögel beobachten und fotografieren. Seit seiner Entführung gab es keine Lebenszeichen mehr von ihm.

Anfangs Woche erklärte der philippinische Verteidigungsminister Voltaire Gazmin, dass eine Operation zur Lokalisierung und Befreiung der Deutschen vorbereitet werde. Dabei sollen auch der Gruber Vinciguerra und weitere Geiseln befreit werden.

Die Abu Sayyaf erlangte mehrfach mit Entführungen westlicher Ausländer Aufmerksamkeit. Im April 2000 verschleppte die Gruppe mehrere Touristen von der malaysischen Insel Sipadan, darunter auch das deutsche Ehepaar Renate und Werner Wallert sowie deren Sohn, die nach zum Teil monatelanger Gefangenschaft freigelassen wurden. (sda/rr)