Energiepotenzial unter den Städten

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Erdwärme In 20 Metern Tiefe unter der Stadt Zürich ist es einige Grad wärmer als ausserhalb der Stadt. Das Potenzial solcher unterirdischer Wärmeinseln in Städten zur Energiegewinnung sei bisher kaum genutzt worden, liesse sich aber relativ einfach anzapfen, berichten Forschende um Peter Bayer und Jaime Rivera von der ETH Zürich im Fachblatt «Renewable Energy».

Dank des «Inseleffekts» liege das Potenzial für die Nutzung von Erdwärme in Städten bis zu 40 Prozent höher als auf dem Land, so die Modellrechnungen der Forscher. Anzapfen liessen sich diese unterirdischen Wärmeinseln mit den gleichen Anlagen, die bereits heute zur Gewinnung von Erdwärme genutzt werden, so die ETH.

Bohrlöcher wären weniger tief

In städtischen Gebieten staut sich die Wärme oberirdisch und wird über Strassen, Keller oder Abwasserkanäle in den Untergrund transportiert. Daraus ergibt sich ein Plus an Wärme zusätzlich zum natürliche Wärmereservoir des Erdbodens. Dieser Überschuss bedeute, dass entweder höhere Energiemengen aus dem Boden gewonnen werden könnten, oder dass die Bohrlöcher für Erdsonden weniger tief sein müssten, schrieb die ETH.«Jedes zusätzliche Grad Celsius an der Erdoberfläche auf Stadtgebiet bedeutet, dass das Bohrloch vier Meter weniger tief sein muss, um daraus die gleiche Energiemenge gewinnen zu können», erklärt Rivera gemäss Mitteilung.

Normalerweise wird für Erdwärmeanlagen rund 150 Meter tief in den Boden gebohrt und ein Wärmetauscher in dem Bohrloch installiert. Darin zirkuliert eine Flüssigkeit, die dem Boden Wärme entzieht und an die Oberfläche trägt.

Die Erkenntnisse aus den Modellrechnungen könnten helfen, Erdwärmesysteme in Gebieten mit erhöhten Bodentemperaturen zu planen, sagte Studienleiter Peter Bayer. (sda)