Elyah mit Ypsilon und H am Schluss

Noah oder Mia? Jason oder Peggy? Wilhelm oder Emma? Die Namenswahl ist bei werdenden Eltern ein ebenso grosses wie heikles Thema. Spricht man über Kindernamen, begibt man sich auf ein Minenfeld – die Emotionen können jederzeit hochgehen.

Roger Berhalter
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Für Bettina Kugler (Bild: (21189810))

Für Bettina Kugler (Bild: (21189810))

Noah oder Mia? Jason oder Peggy? Wilhelm oder Emma? Die Namenswahl ist bei werdenden Eltern ein ebenso grosses wie heikles Thema. Spricht man über Kindernamen, begibt man sich auf ein Minenfeld – die Emotionen können jederzeit hochgehen. Deshalb zuerst nüchterne Statistik: Mia und Noah sind die Lieblingsnamen der Schweiz, auch die L-Namen Lara, Leon und Luca bleiben hoch im Kurs.

Soweit ist noch alles mehrheitsfähig. Und dass man seine Kinder nicht Verleihnix, Pfefferminze oder Skywalker tauft, dürfte ebenfalls jedem klar sein (ausser jenen Eltern, die diese Namen tatsächlich verwenden wollten). Zu viele Paare aber meinen, bei der Namenswahl habe ihre kreative Stunde geschlagen. Doch darf man sein Kind Jaden nennen, wenn man Rüdisüli heisst? Darf man den Sohn Ayrton taufen, nur weil man die Formel 1 toll findet? Neulich lernte ich einen John Walker kennen. Armer Kerl. Bestimmt wurde er als Kind ständig wie die Whiskey-Marke gerufen.

Ich habe mich bei der Namenswahl an zwei Grundsätze gehalten. Erstens: Man muss den Namen sagen können, ohne ihn erklären zu müssen. Also nicht: «Monica, mit C». Oder «Elyah, mit Ypsilon und H am Schluss». Es reicht, dass ich ständig meinen Nachnamen buchstabieren muss. Zweitens: Der Name soll sich nicht allzu offensichtlich abkürzen lassen. Ist ja klar, was aus Maximilian wird, und dass bei Angelika niemand Zeit für alle vier Silben hat.

Die Wahl des Kindernamens ist der falsche Moment, um originell zu sein. Ich wünschte mir, die Menschen wären in anderen Lebensbereichen so ausgefallen und kreativ.