Elf Lichtjahre bis zum ersten Exoplaneten

Heute wird Hansjakob Bischof für die Naturwissenschaftliche Gesellschaft referieren. Der Präsident der Astronomischen Vereinigung St. Gallen will erklären, wie man die Zeichen aus dem All verstehen kann. Herr Bischof, welche Signale erwarten Sie vom Kometen Tschuri?

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Die Sombrero-Galaxy, 28 Millionen Lichtjahre entfernt. (Bild: ky)

Die Sombrero-Galaxy, 28 Millionen Lichtjahre entfernt. (Bild: ky)

Heute wird Hansjakob Bischof für die Naturwissenschaftliche Gesellschaft referieren. Der Präsident der Astronomischen Vereinigung St. Gallen will erklären, wie man die Zeichen aus dem All verstehen kann.

Herr Bischof, welche Signale erwarten Sie vom Kometen Tschuri?

Es wird versucht, die chemische Zusammensetzung des Kometen herauszufinden. Vergleicht man diese mit jener auf Erde und Mond, können Aussagen zur Entstehung der Erde gemacht werden.

Für die Erforschung des Weltraums werden auch andere Signale genutzt. Zum Beispiel die Strahlung. Welche Strahlung gibt die besten Auskünfte aus dem All?

Von den Sternen kommen elektromagnetische Strahlungen. Dazu gehören Radiowellen, Infrarotstrahlung, sichtbares Licht, UV-Licht, Röntgenstrahlung. Auf der Erde kann man nur Licht und gewisse Radiowellen empfangen, der Rest wird fast vollständig von unserer Atmosphäre absorbiert. Von Satelliten aus kann man alle Strahlungsarten gut empfangen. Der technische Aufwand, vor allem für den Transport des Satelliten ins Weltall, ist aber sehr gross.

Was lässt sich damit erkunden?

Es können unter anderem Oberflächentemperaturen von Sternen bestimmt werden, dann Helligkeiten, Magnetfelder, Bewegung von Sternen bezüglich der Erde, chemische Zusammensetzung der Sternatmosphären, Elementhäufigkeiten im Weltall und vieles mehr.

Die Menschen interessieren sich für Exoplaneten, weil sie sich davon Kenntnis über ausserirdisches Leben erhoffen. Wie nahe ist der nächste Exoplanet und mit welcher Methode hat man diesen gefunden?

Der nächste Exoplanet ist etwa elf Lichtjahre von uns entfernt. Die meisten bestätigten Exoplaneten sind aber wesentlich weiter weg. Die zwei hauptsächlichen Methoden sind die Transitmethode und die radiale Geschwindigkeitsmethode.

Wie funktionieren diese Methoden?

Die Transitmethode nutzt für die Messung die geringfügigen Helligkeitsunterschiede, wenn ein Planet vor der Sonne durchgeht. Der Stern wird dann leicht abgedunkelt. Die Geschwindigkeitsmethode funktioniert anders: Sonne und Planet sind ein Paar und die Sonne ist dabei nicht exakt in Ruhe – das Paar bewegt sich um den gemeinsamen Schwerpunkt. Diese Sternenbewegung kann man dabei feststellen. Hat der Planet eine grosse Masse, bewegt sich die Sonne stärker. So kann man auf die Masse des Planeten schliessen. Bruno Knellwolf

Heute Mittwoch 20.15 Uhr, Vortrag Hansjakob Bischof: Signale aus dem Universum – wie sprechen Sterne zu uns? Universität St. Gallen