Einmal an die Sonne bitte

So grau und trüb war es in der Schweiz im Frühling seit 30 Jahren nicht mehr. Das freut die Reisebranche. Kurzferien in den Süden sind begehrt wie selten.

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Deckchair and parasol on white background. Isolated 3D image (Bild: (51830414))

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Die aktuellen Grillwerbungen der Grossverteiler wirken bei Schnee bis in die Niederungen deplaziert. Nach einem kühlen Bier gelüstet es bei Dauerregen die wenigsten, und im Gartencenter fristen Geranien und Salatsetzlinge bei unter 10 Grad ein trauriges Dasein.

Doch während Getränkehändler, Fleischverkäufer, Gärtner und Open-Air-Veranstalter ob des grauen und trüben Wetters stöhnen, profitiert die Reisebranche vom Schmuddelwetter.

50 Prozent mehr Buchungen

Reisen auf die griechischen Inseln, die Balearen, die Kanaren sowie ans Rote Meer in Ägypten seien im Mai und Juni um 50 Prozent mehr gebucht worden als in den Vorjahresmonaten, teilte etwa Kuoni mit. Und der Schweizerische Reisebüroverband (SRV) vermeldet «eine markant steigende Nachfrage für ganz kurzfristige Arrangements». Gefragt sind gemäss Geschäftsführer Walter Kunz vor allem traditionelle Badeferienziele. «Für fast alle Kunden gilt: Hauptsache, in wärmere Gefilde, wo Sonnenschein garantiert ist.» Als Trenddestination entpuppe sich immer stärker Ägypten, so Kunz. Nach einem Einbruch der Buchungen ins Land der Pharaonen in den letzten Jahren herrscht offenbar ein Nachholbedarf.

Prägt das Jahresergebnis

Für die Reisebüros sind solche Umsätze, die als direkte Folge von Schlechtwetterperioden erzielt werden, höchst willkommen. «Die Buchungsfrequenzen der kommenden Wochen werden das Jahresergebnis vieler Betriebe ohnehin wesentlich prägen», so der SRV-Geschäftsführer Walter Kunz. Denn für die Branche stehen die wichtigsten beiden Reiseperioden, Sommer und Herbst, erst noch bevor. Ein guter Start in diese Buchungsphase, so wie in diesem Jahr verursacht durch klimatische Einflüsse, sei in der Regel ein gutes Omen für den weiteren Verlauf des Geschäfts. (kaf)

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