Eingriffe ins Erbgut

Warum?

Bruno Knellwolf
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Die neue Methode CRISPR/Cas9 ist ein molekularbiologisches Werkzeug, welche zurzeit die Forschungslabors der Welt erobert. Damit lassen sich gezielte Eingriffe ins Erbgut von Lebewesen schneller, einfacher und billiger machen, sagt der Berliner Biologe Benno Vogel, der morgen in St.Gallen referieren wird.

Die zielgerichtete Veränderung von DNA ist eigentlich bereits seit 20 Jahren möglich. Doch mit Hilfe des CRISPR/Cas9-Systems eröffnen sich neue Möglichkeiten in der Medizin, der Tier- und Pflanzenzucht. CRISPR steht für «Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats» und ist ein natürlich vorkommendes System. Im Überlebenskampf zwischen Bakterien und Viren haben Bakterien Teile der Virus-DNA in ihr Erbgut eingebaut, um dieselben Viren bei einem erneuten Angriff wiederzuerkennen und zu vernichten. CRISPR-Sequenzen sind somit eine Art «bakterielles Immunsystem». Das Protein Cas9 erkennt darin eine bestimmte Basenabfolge auf der DNA, schneidet diese und erzeugt so einen Doppelstrangbruch im Erbgut, der repariert werden muss. So sind Korrekturen von Fehlern in der DNA möglich. Das gibt Hoffnung, Erbkrankheiten wie die Cystische Fibrose heilen zu können.

Bruno Knellwolf

Mittwoch, 19 Uhr, Vortrag im Naturmuseum St. Gallen, Benno Vogel: CRISPR/Cas9: Revolution in der Gentechnik