Einfache Schnitte, riesiges Logo

Wie könnten wir sie je vergessen: Die kokettierende Brooke Shields, die sexy Kate Moss, den gestählten Mark Wahlberg. Sie alle lächelten in den 1990er-Jahren von riesigen Plakatwänden mit nichts als einer weissen Unterhose bekleidet.

Katja Fischer De Santi
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Wie könnten wir sie je vergessen: Die kokettierende Brooke Shields, die sexy Kate Moss, den gestählten Mark Wahlberg. Sie alle lächelten in den 1990er-Jahren von riesigen Plakatwänden mit nichts als einer weissen Unterhose bekleidet. Damals war es die Unterhose und deren Designer, Calvin Klein, ein Star. Alles, was er anfasste, wurde zum Kult. Er gilt als Erfinder der Luxus-Unterwäsche und lancierte als erster mit «CK one» ein Unisex-Parfum, welches sich die halbe Welt aufs Handgelenk sprühte. Es gibt keinen anderen Brand, welcher das Lebensgefühl der 1990er-Jahre besser verkörperte. Die Schnitte einfach, die Farben gedeckt, das Logo darauf dafür umso auffälliger und grösser. Was Calvin Klein aber berühmt machte, waren nicht seine unspektakulären Unterhosen, sondern wie er diese inszenierte. Nur die schönsten Körper, die prominentesten Models, die besten Fotografen waren gut genug. Die Plakate, stets in Schwarzweiss fotografiert, wollten mehr Kunst als Werbung sein.

Irgendwann war es jedoch genug. Das Logo wirkte nur noch prollig, der Duft des Parfums konnte keiner mehr riechen. Doch dann kam das grosse 90er-Logo-Revival und kamen Heerscharen von Mode-Bloggerinnen auf der Suche nach dem ultimativen Trash-Highlight für ihre Garderobe. Fündig wurden sie bei Calvin Klein und dessen Shirts. Was anfangs als ironischer Wink gemeint war, hat sich zu einem echten Mode-Statement manifestiert. Calvin Klein ist zurück und mit Justin Bieber als Plakat-Boy dürften die Kassen schon bald wieder klingeln wie 1990.