Ein wegkatapultiertes Schwarzes Loch?

«Ein wegkatapultiertes Schwarzes Loch?», fragt die ETH Zürich und antwortet gleich selbst: Vielleicht. Astronomen haben ein Objekt entdeckt, bei dem es sich um ein solches Schwarzes Loch handeln könnte. Das Objekt mit der Bezeichnung SDSS1133 liegt rund 90 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

Bruno Knellwolf
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«Ein wegkatapultiertes Schwarzes Loch?», fragt die ETH Zürich und antwortet gleich selbst: Vielleicht. Astronomen haben ein Objekt entdeckt, bei dem es sich um ein solches Schwarzes Loch handeln könnte. Das Objekt mit der Bezeichnung SDSS1133 liegt rund 90 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

Eine Wegkatapultierung kann entstehen, wenn zwei Galaxien im All kollidieren und zu einer einzigen Galaxie verschmelzen. Dabei vereinen sich auch die beiden supermassereichen Schwarzen Löcher im Zentrum der beiden Galaxien. Nach der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein entstehen dabei Gravitationswellen, die sich im Raum ausbreiten. Wenn die Schwarzen Löcher unterschiedliche Massen haben oder sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten drehen, breiten sich die Gravitationswellen asymmetrisch aus. Das fusionierte Schwarze Loch erfährt dabei einen Rückstoss in die Gegenrichtung. In manchen Fällen ist dieser Rückstoss schwach, das Schwarze Loch pendelt zurück ins Zentrum. In anderen Fällen ist er so stark, dass das Schwarze Loch für immer aus der Galaxie geschleudert wird. Mit SDSS1133 könnten Einsteins vorausgesagte Gravitationswellen vielleicht erstmals experimentell nachgewiesen werden.

Die Forscher sind sich allerdings nicht sicher. Vielleicht handelt es sich auch nur um einen riesigen Stern, der während einer aussergewöhnlich langen Zeitspanne von mehreren Jahrzehnten explodiert.