Ein Molekül im Bier stabilisiert die Darmwand

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Hopfen Der Darm ist vielleicht eines der am meisten unterschätzten Organe. Neben Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen reguliert er auch den Wasserhaushalt des Körpers und bildet eine wichtige Schutzbarriere: Ebenso wie keine Giftstoffe oder Bakterien durch die Haut in unseren Körper gelangen, verhindert die Darmwand, dass Unerwünschtes in der Blutbahn landet. Darmwandzellen sind durch eine Art «Kitt» miteinander verbunden: Proteine, die die Mem­branen benachbarter Zellen verbinden und die Zwischenräume dadurch undurchlässig machen. Diesen «Kitt» bezeichnet man auch als «Tight Junctions». Bei bestimmten Krankheiten wie Morbus Crohn oder Lebensmittelunverträglichkeiten ist diese Barriere jedoch beschädigt. Mit Kollegen aus Österreich und Deutschland haben Forschende der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) entdeckt, dass sogenannte Prenylflavonoide aus Hopfen, die auch im Bier vorhanden sind, diese «Tight Junctions» stärken und sogar teils reparieren können. Zu mehr Bierkonsum raten die Forscher deswegen nicht. Doch Möglicherweise liesse sich die Entdeckung als Basis zur Entwicklung eines Nahrungsergänzungsmittels nutzen. (sda)