Ein Meisterwerk eines Genies

Hörbar Rock

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Steven Wilson

To The Bone (Caroline/Universal); Live: 6. Februar, Zürich (Halle 622)

Unter Liebhabern alternativer Rockmusik gibt es viele, die Steven Wilson schlicht für ein Genie halten. Der britische Multiinstrumentalist, der sich einst mit Porcupine Tree einen Namen schuf und seit einigen Jahren vornehmlich als Solokünstler aktiv ist, hat seine kompositorische Klasse jedenfalls schon vielfach und vielfältig unter Beweis gestellt. Sein neustes Werk «To The Bone» liefert nun weitere Argumente dafür, warum die Bezeichnung «Genie» zweifellos angebracht ist. Wilson legt ein vom ersten bis zum letzten Ton ­perfekt arrangiertes, sorgfältig durchdachtes, mitreissendes Album vor. Jeder Song ist ein wuchtiges kleines Meisterwerk zwischen Progressive und Art Rock, das sich mit den anderen zehn Stücken zu einem grossen Ganzen vereint. «To The Bone» ist deutlich weniger sperrig als etwa «The Raven That Refused To Sing», entzieht sich aber gekonnt der Beliebigkeit. Wilson entdeckt gewissermassen den Pop neu. Mit dem tanzbaren Stück «Permanating» dürften Fans der ersten Stunde zwar Mühe haben, er symbolisiert jedoch perfekt Wilsons Wandlungsfähigkeit.

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Ghostpoet

Dark Days & Canapés

(Pias/Musikvertrieb)

Sphärische Klänge und geisterhafte Stimme

Ebenfalls faszinierend ist Ghostpoets neue Platte. Der britische Musiker mit nigerianischen Wurzeln serviert ein düster-melancholisches, facettenreiches Werk mit Pianoklängen, bruchstückhaften Gitarrenfiguren und sphärischen Synthesizer-Sounds, über denen immer geisterhaft seine Stimme schwebt.

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Dead Cross

Dead Cross

(Ipecac/Musikvertrieb)

Kompromisslos und energiereich

Mike Patton (Faith No More) und Dave Lombardo (Slayer) machen wiedermal gemeinsame Sache und veröffentlichen mit ihrem neuen Projekt Dead Cross ein Hardcore-Album, dessen kompromisslose Härte einen umhaut. Energiereicher als ein Kraftwerk.

David Gadze