Ein Marathon zum Fest

ADVENT IN DER WELT

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ADVENT IN DER WELT

Als ich gerade nach längerer Zeit wieder einmal in meiner Heimat Mexiko war, ist mir aufgefallen, wie früh dort Christbäume aufgestellt werden. Schon Ende November steht an vielen Orten der geschmückte Baum in der Stube. Meist ist es ein künstlicher, aber täuschend echt. Die Mexikaner versuchen sich mit der Dekoration stets wieder zu übertreffen – und die Kinder stellen Fotos der Christbäume auf Facebook.

Die Advents- und Weihnachtszeit heisst in Mexiko auch «Maratón Lupe-Reyes», das bezeichnet den Fest-Marathon zwischen dem Tag der Madonna de Guadalupe am 12. Dezember und Dreikönig. Nach den sogenannten Pre-Posadas finden ab dem 16. Dezember Posadas statt. Posada heisst auf Deutsch Herberge; bei diesem Brauch wird die Wanderschaft und Herbergsuche von Maria und Josef nachgestellt.

Das klassische Essen an der Heiligabend-Posada sind gefüllter Truthahn und Bacalao. Die Zeit zwischen Essen und Mitternacht wird mit der Piñata überbrückt. Dabei müssen Kinder mit verbundenen Augen ein Tongefäss zerschlagen, das Süssigkeiten und Früchte enthält. Um Mitternacht fällt man sich in die Arme und wünscht sich alles Gute. Es gibt auch Geschenke, traditionell aber ist der Dreikönigstag der Tag der Geschenke.

In der Silvesternacht isst man in Mexiko mit jedem Mitternachts-Glockenschlag eine Traube. Diese zwölf Trauben stehen dafür, dass jeder Monat des neuen Jahres ein guter Monat wird. (Notiert: Hn.)

Monica Grob, Gossau

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