Ein Loblied auf 22 Grad und Regen

Haben Sie in den letzten Wochen auch mal gejammert wegen der Hitze? Es gehörte irgendwie zum Alltags-Repertoire, während eines Gesprächs, das länger als vier Sätze dauerte, die hohen Temperaturen zu erwähnen.

Andreas Stock
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Andreas Stock)

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Haben Sie in den letzten Wochen auch mal gejammert wegen der Hitze? Es gehörte irgendwie zum Alltags-Repertoire, während eines Gesprächs, das länger als vier Sätze dauerte, die hohen Temperaturen zu erwähnen. Freilich nicht ohne sofort die reuevolle Bemerkung nachzuschieben, es sei selbstverständlich herrlich, dass man so einen langen, schönen Sommer geniessen dürfe. Niemand will schliesslich als ein lichtscheuer, weichgekochter Miesepeter gelten.

So schön das Wetter sich präsentierte: Es stellt durchaus eine Herausforderung dar, über so lange Zeit mit so viel Sommer umzugehen. Man fragt sich, wie das Menschen in Sonnenländern machen wie Kalifornien, Sizilien oder Griechenland. Nein, Griechenland lässt man jetzt besser weg. Denn eigentlich blieb im Haushalt doch alles liegen, weil man am liebsten selbst mit einem Kaltgetränk im Schatten liegen blieb. Oder die lauen Nächte auf dem Balkon zelebrierte.

Nun, wo meteorologisch fürs Wochenende eine leichte Abkühlung und mehr Niederschlag ansteht, gibt es keine Ausreden mehr. Man wird wieder bügeln und staubsaugen können, ohne gleich eine erschöpfende Schwitzattacke zu fürchten. Dafür bleibt am Morgen mehr Zeit für den Kaffee, weil nicht noch die ausgetrockneten Pflanzen auf dem Balkon gegossen werden müssen. Im Regen wird zudem das staubige, von Pollen verklebte Auto mal wieder sauber. Bevor jetzt ein falscher Eindruck entsteht: So eine «Schlechterwetterphase» muss dann auch nicht länger als zwei Tage dauern.