Ein Lob der unauffälligen Mehrheit

Ob Schule oder Verein – die Klagen sind oft dieselben, wenn es um Freiwilligenarbeit oder die aktive Teilnahme der Eltern geht. Im Verein, so heisst es schnell, müssten immer die Gleichen Hand anlegen.

Bruno Knellwolf
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Bruno Knellwolf)

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Ob Schule oder Verein – die Klagen sind oft dieselben, wenn es um Freiwilligenarbeit oder die aktive Teilnahme der Eltern geht. Im Verein, so heisst es schnell, müssten immer die Gleichen Hand anlegen. In der Schule wird darüber gejammert, dass Eltern bewusst zu spät aus den Ferien zurückkommen, weil der Flugtarif dann günstiger ist. Andere erscheinen nicht zum Elternabend oder Gesprächen mit den Lehrern. Und ewige Stänkerer rauben den Lehrerinnen den letzten Nerv.

Dabei stehen die Eltern in den meisten Kantonen doch in der Pflicht, sich am Schulalltag zu beteiligen. Schwierigen Eltern wird mit Bussen gedroht. Andere fordern gar einen Schulvertrag, der jene Eltern verpflichten soll, die sich nicht um ihre Kinder kümmern.

Doch bei all diesen Klagen gehen die vielen engagierten Eltern vergessen. Nicht jene, die es an Aktivismus übertreiben und ihre Kinder im Übereifer einem ungesunden Leistungsdruck aussetzen, der schliesslich auf jeden Fall im Gymnasium enden soll. Nein, jene Mehrheit an Eltern, die ihre Kinder in Schule und Verein unaufgeregt unterstützen, die Kinder zu Selbständigkeit und Anstand ermuntern, eine gewisse Disziplin nicht vergessen.

All diese Eltern brauchen keinen Schulvertrag. Wer Kinder zu Hause hat, bekommt auch so inzwischen genug Papier auf den Tisch. Und die anderen, welche sich nicht um ihre Kinder scheren, wird auch ein Vertrag nicht beeindrucken. Da müsste wohl eher jemand von Angesicht zu Angesicht Tacheles reden. Zugeben, kein leichtes Unterfangen.