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Ein Kontinent unter Schutz

In den Gewässern der Antarktis entsteht das grösste Meeresschutzgebiet der Welt. Nach langem Widerstand stimmte auch Moskau zu.
Urs Wälterlin/Canberra

Knapp 1,6 Millionen Quadratkilometer gross wird das neuste und grösste Meeresschutzgebiet der Welt. Eine entsprechende Vereinbarung wurde gestern in der australischen Stadt Hobart unterzeichnet. Im grössten Teil der Schutzzone im Rossmeer vor der Antarktis soll die Fischerei verboten werden. Das entschieden die Delegationen von 24 Ländern und der Europäischen Union. Die Verhandlungen hatten fünf Jahre gedauert.

Zuletzt hatte sich noch Russland gegen das Schutzgebiet gewehrt. Moskau habe Nachteile für seine Fischereiflotte befürchtet, hiess es aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen. Im Gegenzug setzten sich die Vereinigten Staaten und Neuseeland vehement für die Schaffung der Schutzzone ein.

Trotz brisanten politischen Klimas

Nun hätten sich die Teilnehmerstaaten auf einen Kompromiss einigen können, der «den Schutz des Meeres, nachhaltige Fischerei und die Interessen der Forschung in ein Gleichgewicht» bringe, so der neuseeländische Aussenminister Murray McCully in Hobart. Der Politiker zeigte sich erfreut, dass im gegenwärtigen politischen Klima überhaupt eine Übereinkunft erzielt werden konnte, so McCully mit Hinweis auf den Syrien-Konflikt. Der Erfolg zeige, «dass man nie voreilige Schlüsse ziehen kann. Ab und zu hat man Glück.» Das Abkommen laufe nach 35 Jahren aus, so McCully.

Existenzielle Bedeutung für Weltmeere

Der Südliche Ozean, zu dem das Rossmeer gehört, ist von existenzieller Bedeutung für das biologische Gleichgewicht in fast allen Weltmeeren – und damit für die Ernährungssicherheit von Milliarden von Menschen. Laut Experten stammen aus dem Gebiet drei Viertel aller Nährstoffe, von denen Tiere und Pflanzen in den Weltmeeren leben – der Beginn der ozeanischen Nahrungskette.

Der amerikanische Aussenminister John Kerry, der sich intensiv für das Projekt eingesetzt hatte, zeigte sich hoch erfreut. Die Zone garantiere den Schutz einer der letzten unberührten ozeanischen Wildnisgebiete, die «Heimat beispielloser meeresbiologischer Diversität und blühender Bestände von Pinguinen, Seehunden, Seevögeln und Fischen».

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