E-Zigaretten mit Cannabis für Therapien

Mit E-Zigaretten zerstäubtes Haschisch-Öl ist eine vielversprechende Alternative für die medizinische Inhalation von Cannabis. Das zeigt eine Studie des Universitätsspitals Lausanne CHUV.

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Mit E-Zigaretten zerstäubtes Haschisch-Öl ist eine vielversprechende Alternative für die medizinische Inhalation von Cannabis. Das zeigt eine Studie des Universitätsspitals Lausanne CHUV. Cannabis kann bei einigen Leiden Linderung verschaffen, zum Beispiel bei Multipler Sklerose oder gegen einige Nebenwirkungen von Chemotherapien. Geraucht produziert es jedoch gesundheitsschädliche Nebenprodukte. Daher gibt es den Wirkstoff THC für Therapiezwecke auch als Pille, Tinktur und Spray, oder als Dampf aus einem Vaporisator, wobei weniger schädliche Substanzen entstehen als beim Rauchen.

Verdampfen und Inhalieren

In der Schweiz ist nur die orale Einnahme zu Therapiezwecken erlaubt. «Dabei gelangt jedoch nur ein Teil des Wirkstoffs ins Blut, da die Aufnahme über den Verdauungstrakt nicht so effizient ist», erklärte Studienautor Vincent Varlet vom CHUV. Durch Inhalation gelange er direkt ins Blut. Dadurch liessen sich geringere Dosierungen einsetzen und das Risiko für Missbrauch vermindern.

Die Vaporisatoren sind jedoch unhandlich. Die Forschenden um Varlet haben deshalb getestet, wie sich E-Zigaretten für den medizinischen Cannabis-Konsum eignen. Das «Therapeutische Cannavaping», wie sie die Methode bezeichnen, beruht auf dem Verdampfen und Inhalieren von Butan-Haschisch-Öl (BHO), einem mit Butangas gewonnenen Extrakt der Hanfpflanze.

Schwierige Mischung

Das Gemisch enthielt höchstens zehn Prozent BHO, da es sich bei höheren Konzentrationen nicht mit der wässrigen Flüssigkeit mischt. «Dadurch wird sehr wenig THC verdampft. 80 bis 100 Züge mit der so bestückten E-Zigarette entsprechen etwa einem Joint.» Für die therapeutische Anwendung sei dies perfekt, fürs Kiffen ohne medizinischen Hintergrund sei es jedoch zu ineffizient und daher unattraktiv. Für den Einsatz als therapeutische Verabreichungsmethode bräuchte es standardisiert vorgefertigte Kapseln, meint Varlet. Eine solche Mischung zu erzeugen sei nicht trivial. Ein weiterer Grund, warum die Forschenden den Missbrauch des Cannavaping für unwahrscheinlich halten. (sda)

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