Drei Tote wegen Beziehungsdrama im Berner Oberland

Bei einer Schiesserei sind am Montagmorgen in Wilderswil im Berner Oberland drei erwachsene Personen ums Leben gekommen. Nach ersten Erkenntnissen der Behörden handelt es sich um ein Beziehungsdelikt.

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Polizeieinsatz in Wilderswil. (Bild: Keystone/SRF via Twitter)

Polizeieinsatz in Wilderswil. (Bild: Keystone/SRF via Twitter)

Damit bestätigte die Berner Kantonspolizei im Grundsatz ein Gerücht, das sich in dem schmucken Dorf vier Kilometer südlich von Interlaken den ganzen Vormittag über hartnäckig gehalten hatte.

Fakten zum Beziehungsdrama sind nach wie vor spärlich. Die Polizei bestätigte am Morgen lediglich einen Einsatz in Wilderswil, wo man drei Todesopfer gefunden habe. Am Nachmittag dann teilten die Behörden mit, dass es sich um ein Beziehungsdelikt handelt, dem drei erwachsene Personen zum Opfer fielen.

Im Dorf war bereits am Vormittag zu hören, ein gebürtiger Portugiese habe seine Ex-Frau und deren neuen Partner umgebracht und sich dann selber gerichtet. Dafür freilich gab es bislang keine offizielle Bestätigung.

Die Berner Kantonspolizei hat für die Abendstunden weitere Informationen in Aussicht gestellt.

Polizisten sichern den Tatort ab. (Bild: Keystone)
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3 killed in shooting incident in Wilderswil (Bild: Keystone)
SCHWEIZ WILDERSWIL SCHIESSEREI (Bild: Keystone)
SCHWEIZ WILDERSWIL SCHIESSEREI (Bild: Keystone)
SCHWEIZ WILDERSWIL SCHIESSEREI (Bild: Keystone)
SCHIESSEREI, ANSCHLAG, (Bild: Keystone)
SCHWEIZ WILDERSWIL SCHIESSEREI (Bild: Keystone)
SCHWEIZ WILDERSWIL SCHIESSEREI (Bild: Keystone)
SCHWEIZ WILDERSWIL SCHIESSEREI (Bild: Keystone)
3 killed in shooting incident in Wilderswil (Bild: Keystone)
3 killed in shooting incident in Wilderswil (Bild: Keystone)
3 killed in shooting incident in Wilderswil (Bild: Keystone)

Polizisten sichern den Tatort ab. (Bild: Keystone)


Von Schüssen aufgeschreckt

Anwohner hatten am frühen Morgen Schüsse an der Hauptstrasse in der Nähe des Bahnhofs gehört. Die kurz nach sieben Uhr alarmierte Polizei fand daraufhin drei Todesopfer in der Nähe des Bahnhofs auf einem Parkplatz bei einem Wohnhaus.

Umgehend wurden Sichtschutzmassnahmen getroffen, wie ein Journalist der Lokalzeitung "Berner Oberländer" am Morgen auf Anfrage sagte. So wurden beispielsweise Bahnwagen vom nahen Bahnhof vor ein nahes Schulhaus gefahren, damit man von dort nicht zum Tatort hinüber sah. Auch Autos wurden entsprechend am Rand der inzwischen für den Verkehr gesperrten Hauptstrasse parkiert.

Die Polizei habe weisse Untersuchungszelte hochgezogen, schilderte der Journalist. Eines stehe nahe bei einem Wohnhaus, das andere etwas weiter vorne auf dem Parkplatz.

Grosse Betroffenheit

Die Wilderswiler Gemeindepräsidentin Marianna Lehmann zeigte sich auf Anfrage sehr betroffen. Sie sei am Morgen informiert worden und habe auch Kontakt mit der Bevölkerung gehabt. Der Vorfall bewege die Menschen. Derzeit gehe es darum zuzuhören und wo nötig Trost zu spenden, sagte Lehmann. Nähere Angaben zum Geschehen konnte auch sie nicht machen.

Das beschauliche Dorf am Eingang zu den Lütschinentälern zählt rund 2600 Einwohner. Tourismus, Gewerbe und Landwirtschaft prägen das Dorf, in dessen Kern sich noch viele alte Holzhäuser erhalten haben. Im Ort gibt es diverse Hotels.

Das Tötungsdelikt vom Montag ist einer der schwerwiegenderen Fälle, die sich in den letzten Jahren im Berner Oberland ereignet haben.

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