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DIETER WEDEL: Schweizer Schauspielerin erhebt schwere Vorwürfe

Esther Gemsch beschreibt in der «Zeit», wie der Regisseur sie bedrängt und geschlagen hat.

Die Schweizer Schauspielerin Esther Gemsch, bekannt für ihre Rolle als Klatschreporterin Lisbeth Rohner in der Schweizer Erfolgssoap «Lüthi & Blanc» (1999–2007), hat in der aktuellen Ausgabe der «Zeit» schwere Vorwürfe gegen den deutschen Regisseur Dieter Wedel erhoben (wir berichteten gestern). Der heute 75-Jährige soll Gemsch 1980 in einem Hotelzimmer während Dreharbeiten zu vergewaltigen versucht haben. Wedel habe sie mit einem Schal gewürgt und ihren Kopf mehrmals auf Bettkante und Wand geschlagen. Gemsch erlitt eine Halswirbelverletzung, die durch ein Schreiben des ehemaligen FC-Bayern-München-Mannschaftsarztes Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der Gemsch untersucht habe, belegt ist. Wedel selbst will sich zum Fall nicht äussern und spricht von einem «Klima der Vorverurteilung».

Geradezu unheimlich erscheint im Rückblick, dass Gemsch im selben Jahr erstmals in einer «Tatort»-Folge mitgewirkt hatte, in der sie ein junges Vergewaltigungsopfer spielte. Der Tatort war 36 Jahre unter Verschluss und wurde erstmals 2016 wieder gezeigt. Die expliziten Gewaltfantasien des Täters gegenüber Mädchen und Frauen hatten die Verantwortlichen beim Südwestfunk (SWF) neben Qualitätsmängeln bewogen, den «Tatort» nicht mehr zu zeigen. Dass Wedel über die populäre Krimiserie auf die Schauspielerin aufmerksam geworden sein könnte, scheint aus heutiger Sicht nicht mehr unwahrscheinlich.

Gemsch beschreibt ein Klima der Angst, das Wedel beim Dreh aufgebaut habe. Telefonterror, ungefragtes Eindringen ins Hotelzimmer, Diffamierungen und Blossstellungen am Set seien an der Tagesordnung gewesen. Zeitweise habe Gemsch vor Wedels Übergriffen bei Kollegen Unterschlupf gesucht. Gemsch habe sich später mit einem Anwalt an die Produktionsfirma gewandt. Ohne Erfolg. Ihren Schauspielberuf habe sie danach fast an den Nagel gehängt. 1999 wagte sie sich mit «Lüthi & Blanc»ins Scheinwerferlicht zurück. (jst)

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