Die TV-Welt auf einem Drücker

Sie ist der Grund dafür, dass es den Begriff des «Zappens» gibt und sie begründete die Existenz des «Couchpotatos»: die Fernsehfernbedienung. Da passt es, wenn die US-amerikanische Erfindung auch «lazy bones» (fauler Knochen) genannt wird.

Andreas Stock
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Remote Control isolated on a white background (Bild: Andreas Stock)

Remote Control isolated on a white background (Bild: Andreas Stock)

Sie ist der Grund dafür, dass es den Begriff des «Zappens» gibt und sie begründete die Existenz des «Couchpotatos»: die Fernsehfernbedienung. Da passt es, wenn die US-amerikanische Erfindung auch «lazy bones» (fauler Knochen) genannt wird. Vor ihrer Einführung musste das Fernsehvolk sich noch aus dem Sessel erheben und zur Kiste schlurfen, wenn einer der vielleicht zwei, drei Kanäle gewechselt oder die Lautstärke verändert werden wollte.

Eigentlich hässlich

Die ersten Fernbedienungen waren per Kabel mit dem Radio- oder Fernsehgerät verbunden, bis dann Mitte der 1950er-Jahre die ersten drahtlosen Controller auf den Markt kamen. Schall respektive Ultraschall, Funkwellen und schliesslich Infrarotstrahlen wurden zur Übermittlung genutzt. Trotz technischer Fortschritte, zwei Dinge haben sich kaum verändert. Schön sehen die meist schwarzen oder silbergrauen «Knochen» noch immer nicht aus. Und häufig haben sie viel zu viele Knöpfe, die kaum ein Mensch braucht.

Eine für alles

Manche Hersteller bieten zu ihren Geräten zwei Drücker an: eine «Basic»-Variante mt den wichtigsten fünf, sechs Funktionen sowie eine mit Komplettausrüstung, welche komplexe Eingaben ermöglichen und selbst die Programmierung weiterer Geräte erlauben. Denn oft liegt ja nicht nur ein solches längliches Kästchen auf dem Sofa-Tischchen, sondern bis zu einem halben Dutzend. Für CD-, DVD- und Fernsehgerät sowie den Verstärker und eine Mediabox, die es alle per Knopfdruck zu dirigieren gilt. Wer es mal mit den vermeintlich praktischen «Alles-in-einem»-Fernbedienungen versucht hat weiss, dass sie auch nicht wirklich eine Lösung bieten. Selbst wenn alle wichtigen Funktionen auf diesen Universalfernbedienungen mal einprogrammiert sind, wird damit der schnelle Klick auf die gewünschte Funktion nicht zwingend vereinfacht. Was zeigt: Auch das bequeme Leben vor der Flimmerkiste stellt einen Couchpotato vor Herausforderungen.