Die Schrottmusiker kehren heim

Die Bubble Beatz stehen vor der Premiere ihrer neuen Show. Im Hinblick auf den Auftritt vom Samstag im Casino Herisau sind Kay Rauber und Christian Gschwend nervöser als bei ihren Grosskonzerten in China. Mit gutem Grund.

Daniel Walt
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Das neue Bühnengerüst der Bubble Beatz: Kay Rauber (l.) und Christian Gschwend in Aktion. (Bild: pd)

Das neue Bühnengerüst der Bubble Beatz: Kay Rauber (l.) und Christian Gschwend in Aktion. (Bild: pd)

Bis unters Dach gefüllt haben die Bubble Beatz ihren Anhänger mit dem Bühnenmaterial für die neue Tournée. «Wir sind froh, dass der Platz für den Transport überhaupt noch ausreicht», lacht Kay Rauber. Er und sein Bandkollege Christian Gschwend haben im Hinblick auf die «All you can beat»-Konzertreihe schrotttechnisch nämlich aufgerüstet. Dementsprechend fiebern die beiden Ostschweizer, die Musik auf Abfalltonnen, Pfannen oder Blechbüchsen machen, dem Auftakt vom kommenden Samstag im Casino Herisau entgegen.

Gute Erinnerungen

«Premieren feiert man dort, wo es am schönsten ist: daheim.» Das sagt Kay Rauber auf die Frage, weshalb die Bubble Beatz als Ausgangspunkt für die Tournée nicht etwa eine grössere Bühne gewählt haben, wie das auch denkbar gewesen wäre. Nach einem Auftritt vor Millionenpublikum bei Dieter Bohlens TV-Show «Das Supertalent» im Jahr 2010 häuften sich nämlich die Buchungen. Zuletzt traten die Musiker sogar an Grosskonzerten vor Zehntausenden in China auf. Trotzdem spielen sie ihre neue Show nun zum ersten Mal dort, wo ihre Wurzeln sind: in der Ostschweiz. Ans Casino Herisau haben sie spezielle Erinnerungen: Nach ihrem Auftritt in der RTL-Talentshow absolvierten sie dort einen vielumjubelten, ausverkauften Auftritt.

«Kann ein Nachteil sein»

Obwohl sich die Bubble Beatz ein grosses Publikum gewöhnt sind, verspüren sie vor dem Gig im beschaulichen Herisau eine gesunde Nervosität. Dazu trägt bei, dass Kay Rauber und Christian Gschwend die Plakate, die hier für sie werben, mit eigenen Augen sehen. Und dass sie viele Leute kennen, die ins Casino kommen werden. In der Ostschweiz aufzutreten ist für die beiden speziell geblieben. «Zudem kennen viele Besucher hier schon andere Shows von uns. Deshalb können sie, im Gegensatz etwa zum Publikum in China, vergleichen – das kann auch ein Nachteil sein», sagt Rauber.

Brainstorming im Bauernhaus

Auch musiktechnisch stellt die «All you can beat»-Tournée die Bubble Beatz vor Herausforderungen. «Unser bisheriges Programm beherrschten wir nach fünf Jahren im Schlaf», sagt Kay Rauber. Es wurde Zeit, etwas Neues anzugehen – «für die Fans, aber auch für uns selbst». Vor rund zwei Jahren nahmen er und sein Kollege die Vorbereitungen für ihr neues Programm in Angriff. Alles begann mit einem Gedankenaustausch in einem alten Bauernhaus in Brülisau. Die Bubble Beatz beschlossen, bei null anzufangen und die Schrottinstallationen für die Bühne neu zu konzipieren. Dazu arbeiteten sie auch mit Metallbauern zusammen. So entstand etwa aus der einen Seite eines Ölfasses ein Saiteninstrument und aus der anderen eine Kalimba. Generell war es das Ziel der Band, ihren percussion- und elektrolastigen Sound melodiöser zu machen.

Wie auf einem Spielplatz

Ein gutes Dutzend neuer Songs haben Kay Rauber und Christian Gschwend im Hinblick auf die neue Show komponiert. Die Titel bilden mit neu arrangierten Medleys den Schwerpunkt der Tournée. Für diese sind vorerst drei Daten festgelegt – nach Herisau folgen im Oktober ein Auftritt im Casinotheater Winterthur und einer im «Löwen» im aargauischen Boswil. Weitere Konzerte sollen ab dem kommenden Januar dazukommen – auf dann sind die CD-Erscheinung und die Promotion terminiert. Bis dahin haben Kay Rauber und Christian Gschwend – beide arbeiten neben der Musik Teilzeit – Gelegenheit, weiter an ihrer Performance auf der neuen Installation zu feilen. «Unsere Gerüste mit den Instrumenten sind wie ein Spielplatz. Je mehr man sich darauf bewegt, desto sicherer fühlt man sich», sagt Kay Rauber.

Bubble Beatz, «All you can beat», Samstag, 21. September, 20.30 Uhr, Casino Herisau.