Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Piraten ziehen weiter

Die Luft wird dünn für die Nutzer von Tausch-Plattformen. Vor wenigen Wochen erst legten die US-amerikanischen Behörden mit Kickass-Torrents (KAT) eine der weltweit grössten Plattformen still. Der mutmassliche Betreiber der Torrent-Seite Kickass-Torrents wurde in Polen festgenommen.
Georg H. Przikling

Die Luft wird dünn für die Nutzer von Tausch-Plattformen. Vor wenigen Wochen erst legten die US-amerikanischen Behörden mit Kickass-Torrents (KAT) eine der weltweit grössten Plattformen still. Der mutmassliche Betreiber der Torrent-Seite Kickass-Torrents wurde in Polen festgenommen. Der Ukrainer Artem Vaulin wird beschuldigt, gegen das Urheberrecht verstossen zu haben sowie in Geldwäsche-Aktivitäten verwickelt zu sein. Und weitere Schliessungen von Tausch-Plattformen werden zur Freude der Filmstudios vermutlich folgen.

Ob das Ausknipsen der Tauschbörsen den erwünschten Erfolg bringt, darf jedoch angezweifelt werden. Denn längst haben die Film-Piraten andere Mittel und Wege gefunden, um ihre illegal kopierten Inhalte unters Volk zu bringen.

Eine der derzeit beliebtesten Formen für die Verbreitung von brandaktuellen Filmen & Co. ist das Streamen mit Tools wie Kodi. Kodi ist eine äusserst beliebte Multimedia-Center-Software, mit der sich Inhalte wie Filme, Videoclips, Fotos & Co. aus dem Netz direkt auf den Grossbildschirm-TV bringen lassen. Erhältlich ist die Software, die einst als XBMC für Microsofts Xbox begann, unter anderem für Windows, Linux, Android und iOS, selbst auf einem Rasperry kann man es betreiben – und das völlig legal. Denn Kodi ist eine saubere Software, ihre Entwickler haben mit Film-Piraten nichts am Hut, wie sie auf der Projektwebseite unter kodi.tv ausdrücklich betonen. Kodis Problem ist vielmehr ihre Architektur. Der Funktionsumfang der Multimedia-Maschine für Endanwender lässt sich nämlich durch sogenannte Add-Ons beliebig erweitern.

Die Folge: Auf einschlägigen Seiten im Netz kursieren längst zahlreiche Add-Ons, die Kodi in ein Paradies für Fans von raubkopierten Kinohits verwandeln. Mit wenigen Klicks landen die Kassenknüller dann bildschirmfüllend auf dem TV-Gerät.

Die Entwickler von Kodi sind über diese Entwicklung verständlicherweise nicht erfreut. Sie distanzieren sich deutlich von den den Entwicklern der Piraterie-Add-Ons und ihren Anbietern. Die wiederum waschen ihre Hände in Unschuld – was die Nutzer mit den Add-Ons machen und was sie damit anschauen, das sei allein ihr Problem.

Die Kodi-Entwickler und die Film-Piraten sind freilich nicht die einzigen, die den Aufstieg der Add-Ons beobachten. Auch die Filmindustrie schaut genau hin – und reagiert entsprechend. So wurden bereits mehrere Verkäufer von fertig konfigurierten Kodi-Boxen durchsucht und die Geräte beschlagnahmt. An der kometenhaft steigenden Beliebtheit von Kodi dürften solche Schläge aber kaum etwas ändern.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.