Die Mode treibt tierische Spielchen

Dass wir in bedruckten T-Shirts mit riesigen Tiger- oder Hundeköpfen auf der Brust herumspazieren, ist schon fast ein alter Zopf. Dass sich die Fauna nun aber flächendeckend auf ganze Kleider, Blusen und Hosen ausbreitet, ist doch etwas gewöhnungsbedürftig.

Yvonne Forster
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Dass wir in bedruckten T-Shirts mit riesigen Tiger- oder Hundeköpfen auf der Brust herumspazieren, ist schon fast ein alter Zopf. Dass sich die Fauna nun aber flächendeckend auf ganze Kleider, Blusen und Hosen ausbreitet, ist doch etwas gewöhnungsbedürftig.

Woher dieser Trend kommt, ist nachvollziehbar: Von den wieder aufflackernden 70er-Jahre-Prints mit wilden Flower-Power-Motiven ist der Sprung in die Tierwelt ein kleiner. Statt Rosen und Palmenblätter kriechen neuerdings ganze Käferfamilien in bunten Farben über Seidenblusen, flattern Entenküken, Kanarienvögel und Fledermäuse über luftige Sommerkleidchen. Die Zoolandschaft ist perfekt: Von Straussenpärchen, Hyänen, Pandas und Schosshündchen bis hin zu Kaninchen, Bambis, Eulen und Walfischen werden tierische Comics grosszügig in leuchtenden Farben auf Stoffe gedruckt.

Zuerst schaute ich weg, abgeschreckt von diesem modischen Affentheater. Dann schaute ich genauer hin. Zuletzt liess ich mich hinreissen von einem schlichten, weissen Sommerkleid von Max Mara mit frechen Gorillas in bunten Farben.

Wer will denn schon mit solch aggressiven Viechern auf die Strasse gehen? Den ersten Test habe ich bereits überstanden: Die neugierigen Blicke meiner Freundinnen verwandelten sich bald in Schmunzeln. Wenn schon Drucke, weshalb nicht witzige, ungewöhnliche? Zugegeben: Mehr als ein halbes Dutzend Mal kann ich meine Gorillas wohl kaum auf Parties präsentieren…