Die galaktische Geldmaschine

Seit einer Woche ist der siebte Teil der Saga «Star Wars» in den Kinos zu sehen und bricht laufend Filmrekorde. Durch geschicktes Merchandising macht der intergalaktische Weihnachtskaufrausch auch vor dem Kinderzimmer nicht halt.

Anna Dieckmann
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Die kleine Max Zuckerberg scheint nicht vollends begeistert zu sein, in einem Jedi-Kostüm zu stecken. (Bild: pd Facebook)

Die kleine Max Zuckerberg scheint nicht vollends begeistert zu sein, in einem Jedi-Kostüm zu stecken. (Bild: pd Facebook)

Vom Darth-Vader-Toaster, über eine Todesstern-Keksdose bis hin zur R2-D2-Badehose: Kein Produkt ist vor der «Star Wars»-Vermarktung sicher. Auch in der Spielzeugabteilung tummeln sich seit Wochen die unverkennbaren Charaktere der Sternensaga. Spätestens seitdem Mark Zuckerberg, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Facebook, kürzlich ein Bild seiner frischgeborenen Tochter im Jedi-Kostüm veröffentlichte, ist klar: Der Einfluss von «Star Wars» reicht bis ins Kinderzimmer. So gibt es für die Kleinen auch Strampler mit der Aufschrift «Mini-Wookiee». Erstaunlich, denn der Film ist erst für Kinder ab zwölf Jahren erlaubt.

Millennium Falcon vs. Umsatz

Der neue «Star Wars»-Teil rast mit Lichtgeschwindigkeit auf die Milliarde zu. Schon nach dem ersten Wochenende verzeichnet Disney, der Filmproduzent der neuen Trilogie, einen Umsatz von über 517 Millionen US-Dollar. Nicht zuletzt dank des gezielt datierten Kinostarts. Es ist kein Zufall, dass «Star Wars – Das Erwachen der Macht» in der gleichen Zeit über die Leinwand schwebt wie die Gedanken um Weihnachtsgeschenke in den Köpfen der Leute. Da wundert es einen nicht, dass das Geschäft mit der Vermarktung fast dreimal so viel Umsatz einspielt wie die Filme. Alles in Milliardenhöhe, versteht sich. An der diesjährigen Weihnacht ist das «Star-Wars»-Logo nicht mehr wegzudenken. Keine Werbefläche scheint zu abwegig, dass sie nicht einen «Star Wars»-Anstrich vertragen würde. So wirbt zum Beispiel Ikea mit einer Lampe aus dem Jahr 2014 in «Star Wars»-Look»: Die Leuchte soll an einen fernen Planeten erinnern und schwebt im Werbespot im Weltall umher. Was die Kinobesucher die Augen rollen lässt, freut die Kasse. «<Star Wars>-Artikel zählen in diesem Jahr zu den meistgefragten Geschenken», sagt Elle Steinbrecher, Mediensprecherin von Manor.

«Star Wars» läuft immer gut

Manor habe das Angebot an Sternenkriegerprodukten verdreifacht und bietet nun über 120 verschiedene «Star Wars»-Artikel an. Auch im Spielwarengeschäft Zollibolli in St. Gallen spürt man die Macht des Merchandisings. «Diese Woche ist die neue <Star Wars>-Reihe der Lego-Kollektion eingetroffen», sagt Katrin Kreuels, Filialleiterin vom Zollibolli. «Wir haben einige <Star Wars>-Artikel im Angebot, doch die Raumschiffe und Figuren von Lego sind das Nonplusultra.» Lego ist denn auch der wichtigste Lizenzpartner von Disney. Viele Kinder lernen «Star Wars» über die Bauklötze kennen und sehen sich erst viel später den Film dazu an.

«Trotz weiblicher Hauptrolle im neuen Film sind es bislang immer noch die Buben, die sich <Star Wars>-Spielsachen wünschen», sagt Kreuels. Ob sich das nun mit der neuen Trilogie ändern wird, steht in den Sternen.

Einzug ins Kinderzimmer

«Neben Lego verkaufen wir auch noch Spiele, Bücher, Schwerter und Rucksäcke im <Star Wars>-Look», sagt Kreuels vom Zollibolli. Manche Produkte, wie etwa kleine Lichtschwerter, richten sich gezielt an Vier-bis Sechsjährige, welche keine Ahnung haben, was für eine galaktische Waffe sie da in der Hand halten. So mancher Säugling hat schon ein Yoda-Kuscheltier im Bett. Abgesehen vom grossen Altersunterschied der beiden wird dem Kind nicht bewusst sein, was dem grünen, 900jährigen Jedi-Meister für eine Bedeutung innewohnt. Genau- so wenig weiss auch Max Zuckerberg, was sie eigentlich für Figuren um ihren Kopf drapiert hat. Eine davon ist der Droide BB8. Er rast im neuen Film den bösen Sturmtrupplern davon. In Fällen wie der kleinen Max dient das Kind als Aushängeschild der elterlichen «Star Wars»-Manie.

Merchandising vom Feinsten

Analysten zufolge kann Disney Vermarktungsumsätze von fünf Milliarden Dollar bis Mitte des nächsten Jahres erwarten, zwei Milliarden davon vor Weihnachten. Schlau eingefädelt, Disney.

Ein Grund für die Goldgrube «Star Wars» sei, dass die Saga mehr Produktsparten und Altersgruppen erfasst als jemals ein Film vorher. Die Kassen klingeln diese Weihnacht nicht nur bei Lego-Figuren. Auch bei Kleidungsstücken, Spielzeug, Accessoires und sogar Nahrungsmitteln lassen sich die Umsätze mit einem «Star Wars»-Logo automatisch steigern. Und ein Lichtblick ist noch nicht zu sehen: Die nächsten beiden Filme der neuen Trilogie sind für Weihnachten 2017 und 2019 geplant.

Den Toaster gibt es wirklich. (Bild: pd)

Den Toaster gibt es wirklich. (Bild: pd)

Der beliebte Droide BB8. (Bild: pd)

Der beliebte Droide BB8. (Bild: pd)

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