Die Erlebnis- und Pendlerbahn

Die Rhätische Bahn feiert dieses Jahr ihren 125. Geburtstag. Ihre Gründung war die Bündner Antwort auf den Bau des Gotthardtunnels. Heute gilt die RhB als Rückgrat des Kantons. Sie transportiert jährlich 10 Millionen Reisende.

Beda Hanimann
Drucken
Teilen
Eine RhB-Komposition überfährt die Wildwestbrücke am Berninapass. (Bild: swiss-image.ch/Marco Hoffmann)

Eine RhB-Komposition überfährt die Wildwestbrücke am Berninapass. (Bild: swiss-image.ch/Marco Hoffmann)

Es war ausgerechnet ein Flachländer, der wesentlich an der Erschliessung der Bündner Bergwelt durch die Eisenbahn beteiligt war. Willem Jan Holsboer (1834-1898) zog mit seiner an Tuberkulose erkrankten Frau in den Höhenkurort Davos. Nach ihrem Tod setzte er sich für eine Bahnverbindung von Landquart nach Davos ein. Die 1889 eröffnete Linie bis Klosters war der erste Streckenabschnitt der RhB, die heute auf einem Netz von 384 Kilometern Länge jährlich zehn Millionen Reisende transportiert.

Die Rhätische Bahn war aber auch eine Antwort der Bündner auf den von der Eidgenossenschaft favorisierten Gotthardtunnel. Dieser hatte eigene Alpentransitpläne torpediert – gleichzeitig aber auch die Einsicht reifen lassen, dass der Kanton mit seinen 150 Tälern eine regionale Erschliessung brauchte. Begünstigt wurde der Ausbau des Bahnnetzes durch das Autoverbot, das in Graubünden zwischen 1900 und 1925 galt.

Heute gilt die RhB als Rückgrat Graubündens. Sie ist gleichermassen Pendler- wie Erlebnisbahn; der Anteil des touristischen Verkehrs beträgt 80 Prozent. Die Albula- und Berninalinie gehört seit 2008 zum Unesco-Welterbe, der Glacier-Express zwischen St. Moritz und Zermatt ist der touristische Paradezug, für den Marktgebiete in aller Welt bearbeitet werden. Weitere Tätigkeitsfelder sind der Güterverkehr und der Autoverlad.

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 31. Juli.

Aktuelle Nachrichten