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Die Ära der Gentherapien hat erst begonnen

Forschung Kymriah ist erst der Anfang. In den USA wurden seit dem vergangenen Sommer zwei weitere Gentherapien von der Arzneimittelaufsicht FDA zugelassen. Yescarta (Listenpreis 375000 Dollar) des Pharmaunternehmens Kite funktioniert ähnlich wie das Novartis-Produkt. Das Medikament wird gegen sogenannte B-Zell-Lymphome ein­gesetzt, eine relativ häufige Form von Lymphdrüsenkrebs. Ende Jahr erhielt zudem das Pharmaunternehmen Spark Therapeutics für seine Gentherapie mit dem Namen Luxturna in den USA grünes Licht. Das Medikament beseitigt ­einen Gendefekt, den Betroffene seit Geburt aufweisen. Sie werden mit eingeschränktem Sehvermögen geboren und erblinden, manchmal schon als Kleinkinder, manchmal erst als Erwachsene. Die Kosten der Behandlung liegen pro Patient bei 850000 Dollar.

Die drei Behandlungen sind Teil eines wachsenden Medizinfeldes, von dem sich manche Experten in den kommenden Jahren Dutzende neue Spezial-medikamente gegen seltene Leiden versprechen. Rund 4000 Krankheiten sind auf genetische Defekte zurückzuführen, und für die meisten davon fehlt eine ­effektive Therapie. Das US-Beratungsunternehmen Express Scripts schätzt, dass derzeit 1500 Gentherapien in den Pipelines der Pharmafirmen stecken. 600 davon sind Therapien gegen Krebs, 500 davon zielen auf seltene Krankheiten ab. Dass die Pharma viel Potenzial in diesen Therapien sieht, zeigt, dass der Pharmariese Gilead im Sommer 2017 ­bereit war, fast 12 Milliarden Dollar für die Kite Pharma auf den Tisch zu legen. Gilead ging es dabei vor allem um die ­Patente für das Medikament Yescarta.

Pharmafirmen forschen dort, wo es sich lohnt

Die Pharmaunternehmen, so beschreiben es Analysten der Unternehmensberatung McKinsey, haben ihre Strategie geändert: Sie forschen weniger und konzentrieren sich auf Krankheiten, die vor allem die Bürger der alternden vermögenden Industrienationen treffen – und ergo grosse Gewinne versprechen. Neben Krebs sind das Autoimmunerkrankungen wie Rheuma und multiple Sklerose und natürlich Alzheimer. Gentherapien werden gerade wegen ihrer Kosten auch stark kritisiert. So viele Ressourcen in Medikamente zu stecken, die nur wenigen Patienten helfen, aber einen immer grösser werdenden Anteil der Gesundheitskosten verursachen, sei wenig sinnvoll, sagen Experten. (rom)

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