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DESIGN: Die Frau in Schwarz ist tot

Christa de Carouge, die bekannteste Kleiderdesignerin der Schweiz, ist am Dienstag überraschend nach einer kurzen, schweren Krankheit gestorben.
Irene Widmer, sda

Erst vor wenigen Wochen sagte die 81-Jährige im Interview mit der «Schweizer Familie», spätestens mit 88 sei dann Schluss: «Ich will nicht im Spital oder Altersheim sterben.» Anlass für das Gespräch war eine Retrospektive ihres Werks im Kunsthaus Zug, die noch bis 18. Februar dauert.

Geboren wurde die Baslerin unter dem Namen Christa Furrer. Aber da man in der Romandie ihren Nachnamen gleich ausspricht wie «Führer», liess sie ihn nach ihrer Lieblingsortschaft Carouge umändern. Seit der Eröffnung ihrer ersten eigenen Boutique im Jahr 1978 waren sie und ihr Atelier gleichsam Sehenswürdigkeiten. Die schwarzen Gewänder von De Carouge waren zwar teuer, weil von handverlesenen Schweizer Schneiderinnen aus auserlesenen Stoffen gefertigt – aber sie sind zeitlos und halten fast ewig. Die Kleidergestalterin verstand sich denn auch nicht als Modemacherin, Trends waren ihr ein Greuel. Christa de Carouge entwarf 1983 ihre erste vollständig eigene Kollektion – die erste rein schwarze in der Schweiz und eine Sensation.

Sie war damals schon 47. Schneiderin war lange keine Option. Weil sie gut zeichnen konnte, entschloss sie sich für Grafik. Nach dem Vorkurs an der Kunstgewerbeschule Zürich wechselte sie in eine Lehre, die sie abbrach, weil ihr Lehrmeister kein Verständnis zeigte für den modernen Zeitgeist. Angestellt bei der Agentur Gisler & Gisler, entwarf sie danach bald Werbekampagnen für Lebensmittelkonzerne.

Zur Mode brachte sie die Liebe: Der Textilfachmann Rudi Hegetschweiler machte sie mit Paris bekannt und mit «Petit Paris», wie Genf genannt wurde. 1963 wurde geheiratet, 1965 die «Boutique pour Monsieur» gegründet und 1966 der Laden «La Garçonne». Christa entwarf erste Anzüge unter dem Label «Chrigi». Das Geschäft lief zu gut. «Wir hatten zu viel Geld, zu grosse Autos, und mein Mann leistete sich zu viele Mätressen», vertraute Christa de Carouge ihrem Biografen an. Es folgte die Scheidung und über Umwege 1978 die Gründung des Ladens «Christa de Carouge». De Carouges Kreationen waren bald auch in Zürich sowie deutschen und österreichischen Metropolen erhältlich, wurden in Museen ausgestellt und ausgezeichnet. 2004 wurde zurückbuchstabiert und die Mühle Tiefenbrunnen zum Standort. Ende 2013 schloss De Carouge das Geschäft, blieb aber für eine ausgewählte Kundschaft tätig.

Irene Widmer, sda

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