Der Wahlkampf der schönen Kandidatinnen

Zeitgleich zur Elefantenrunde gab es am Sonntag am TV eine Prinzessinenrunde – auch anlässlich einer Wahl, der Miss-Schweiz-Wahl 2015.

Diana Bula
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Zeitgleich zur Elefantenrunde gab es am Sonntag am TV eine Prinzessinenrunde – auch anlässlich einer Wahl, der Miss-Schweiz-Wahl 2015. Wie bei den Politikern (zumindest beim neu gewählten Ausserrhoder SVP-Nationalrat David Zuberbühler) kullerten bei den schönen Kandidatinnen die Tränen – jedoch nicht aus Freude, sondern aus Trauer. Und das, obwohl noch nichts entschieden ist.

Denn in den Pre-Shows sollen die Zuschauer ihre Prinzessinnen lediglich besser kennenlernen, um am 7. November zu entscheiden, für wen sie da tatsächlich abstimmen. Dass nicht nur Aussehen, sondern auch innere Werte zählen, betonen die Veranstalter bei jeder Gelegenheit. Das Motto der Wahl: «Beauty & Heart Go Together». Um Herz zu beweisen, zogen vier Krönchen-Anwärterinnen vorübergehend ins Altersheim ein. Und sofort kullerten die Tränen. Drei der vier jungen Frauen weinten, weil sie in Anwesenheit der Pensionäre über verstorbene Liebste und anderes Betrübliches nachdenken mussten. Sindi Arifi aus dem Wallis weinte zwar nicht, handhabte es aber auch wie Politiker: Sie verschaffte sich Gehör – mit der Gitarre. Zuvor hatte sie einer Heimbewohnerin die Nägel pink lackiert und sie zu deren erstem Selfie verführt. Ein Wahlkampf, der wirkte. Sindi gewann. Einen Gutschein im Wert von 800 Franken. Natürlich nicht für einen Zvieri mit den Pensionären, da hört die Sozialkompetenz der Veranstalter auf. Sondern für Schuhe. Die braucht eine Miss schliesslich.