Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Der Steinkauz erholt sich

Wegen der Überbauung seiner Lebensräume und der Intensivierung der Landwirtschaft wäre der Steinkauz fast ausgestorben. Nun brütet die Eule wieder – in der Ostschweiz aber noch nicht.
Bruno Knellwolf
Zwei junge Steinkäuze vor der Bruthöhle. Alte Einzelbäume und Hochstammobstgärten sind für die kleine Eule wichtig. (Bild: Mathias Schäf/Bird-Life Schweiz)

Zwei junge Steinkäuze vor der Bruthöhle. Alte Einzelbäume und Hochstammobstgärten sind für die kleine Eule wichtig. (Bild: Mathias Schäf/Bird-Life Schweiz)

In Zeiten, in denen ohne Ende über Opfer und Täter zu lesen ist, tut diese Mitteilung des Schweizer Vogelschutzes/BirdLife Schweiz gut. Dem Steinkauz geht es wieder besser. «Vor 15 Jahren haben wir in der Schweiz einen Tiefpunkt erreicht», sagt Raffael Ayé von BirdLife. Gerade noch etwa 50 Steinkauz-Paare lebten in der Schweiz – ein Rückgang, der sich schon in den 1980er-Jahren abgezeichnet hatte.

Der Steinkauz ist mit etwa 22 Zentimetern Länge eine der kleinsten Eulen in der Schweiz. «Er hat sehr schöne, stechend gelbe Augen mit einer schwarzen Pupille und – typisch Eule – ein bräunliches Tarngefieder», sagt Ayé. Wer die kleine Eule vor allem im Wald erwartet, irrt. Der Steinkauz liebt offene Landschaften und die Kulturlandschaft. «Dort braucht er aber Bäume», sagt Ayé. Am wohlsten fühlt er sich in lockeren Hochstammobstgärten mit alten Bäumen, in denen er Höhlen und Nahrung findet. Das ist nur in einer abwechslungsreichen Landschaft möglich, wo der Steinkauz vor allem Mäuse, aber auch kleinere Vögel und grosse Insekten findet: Käfer, Grillen, Heuschrecken.

Gut zu Fuss

Auf seine Beute wartet er auf einem Ast oder einem Zaunpfahl, um sich im richtigen Moment darauf zu stürzen. «Zudem ist er auch zu Fuss erstaunlich schnell unterwegs», erklärt der Vogelexperte. Selbst in acht nehmen muss sich der Steinkauz vor einer anderen Eule, vor dem viel grösseren Waldkauz. «Vielleicht meidet der Steinkauz deshalb den Wald», sagt Ayé. Auch ein Mäusebussard kann dem Kauz gefährlich werden oder ein Marder, der in seine Höhle kriecht.

Wie vielen anderen Tieren droht ihm die grösste Gefahr aber vom Menschen. Hatte er bis in die 70er-Jahre noch die ganze Schweiz besiedelt, am liebsten in Obstgärten am Rande der Dörfer, drängten ihn die rege Bautätigkeit und die intensive Landwirtschaft mit gedüngten, blumenarmen Wiesen immer mehr zurück bis zum besagten Tiefpunkt an der Jahrtausendwende.

Überleben konnte der Steinkauz nur im Westen, vor allem in Genf und im Jura. «Man dachte, die kleine Eule werde aussterben», sagt Ayé. Doch nun haben intensive Schutzanstrengungen in Zusammenarbeit mit willigen Landwirten dazu geführt, dass sich der Steinkauz langsam wieder ausbreitet. Bis 2014 nahm der Bestand in der Schweiz wieder auf 121 Reviere zu – also auf das Doppelte des tiefsten Bestands. Heute brütet der Steinkauz in den Kantonen Genf, Jura und Tessin sowie im Berner und Freiburgischen Seeland. Eine baldige Wiederbesiedlung der Nordwestschweiz ist aufgrund der Steinkauzvorkommen im Elsass und in Südbaden gut möglich.

Noch weit entfernt

Ungewiss ist, ob er auch in die Ostschweiz zurückkehren wird. «Noch ist der Steinkauz weit entfernt», sagt Ayé. Aber nach der Besiedlung der Nordwestschweiz könnte er vielleicht über Zürich wieder in den Osten gelangen. Dafür brauchte die Eule eine bessere Raumplanung, so dass eine vielfältige, artenreichere Landschaft mit vielen Hochstammbäumen entsteht. Mit einer Brutpopulation in der Ostschweiz in den nächsten zehn Jahren rechnet Raffael Ayé aber nicht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.