Der Soziologe Kurt Imhof und sein Jahrbuch

Wortgewandt und humorvoll hatte noch vor einem Jahr der Soziologe Kurt Imhof die Ergebnisse des fünften Jahrbuchs «Qualität der Medien» präsentiert.

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Wortgewandt und humorvoll hatte noch vor einem Jahr der Soziologe Kurt Imhof die Ergebnisse des fünften Jahrbuchs «Qualität der Medien» präsentiert. Gestern war es der Publizist Oswald Sigg, der im Hotel Bernerhof das Wort an die Vertreter der Medien richtete, des vor einigen Monaten verstorbenen Imhof gedachte und die Umbenennung der «Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft» in «Kurt-Imhof-Stiftung für Medienqualität» bekanntgab.

Durchaus zu Recht. Denn Imhof war Kopf und Seele dieses Unternehmens, dessen Ziel darin bestand und weiter besteht, Jahr für Jahr die Diskussion über die Qualität der Medien zu vertiefen, und zwar mit den Mitteln der Wissenschaft. Das heisst: Das Jahrbuch versucht seine Analysen mit quantitativen Auswertungen von Medienleistungen zu untermauern und so eine möglichst unanfechtbare Basis für seine Schlussfolgerungen zu gewinnen.

Von den Medienschaffenden selbst, vor allem aber von den Verlegern sind die Erkenntnisse des Jahrbuchs gleichwohl oft kritisch aufgenommen worden – weil sie die Entwicklungen im Medienwesen zu düster darstellten. Kurt Imhof selber hat diese Kritik wenig beeindruckt. Er hat sich im Gegenteil darüber gefreut, dass das Jahrbuch den Anstoss zu medienpolitischen Debatten gegeben hat. Denn die Debatte, das war nach seiner tiefsten Überzeugung die Seele der Demokratie. (R. A.)