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DER PROTOTYP DES SWISSLOOP-PODS: Tempobolzen bei Elon Musk

Zwanzig Studenten der ETH Zürich nehmen diese Woche am Final von Elon Musks Wettbewerb «Hyperloop Pod Competition» in Los Angeles teil. Mit einer schwebenden Kapsel.
Bruno Knellwolf
Luca Di Tizio, Student an der ETH Zürich, posiert neben dem Swissloop-Pod, mit dem das ETH-Team diese Woche in Los Angeles am Geschwindigkeitswettbewerb «Hyperloop Pod Competition» der Firma SpaceX von Elon Musk teilnehmen wird. (Bild: Ennio Leanza/KEY)

Luca Di Tizio, Student an der ETH Zürich, posiert neben dem Swissloop-Pod, mit dem das ETH-Team diese Woche in Los Angeles am Geschwindigkeitswettbewerb «Hyperloop Pod Competition» der Firma SpaceX von Elon Musk teilnehmen wird. (Bild: Ennio Leanza/KEY)

Bruno Knellwolf

Elon Musk ruft die visionären Geister dieser Welt nach Los Angeles. Denn der Chef von SpaceX und Tesla will irgendwann seinen Hyperloop bauen, der den öffentlichen Verkehr revolutionieren wird. Mit Geschwindigkeiten über 1000 Kilometer pro Stunde sollen Menschen dann durch die USA fahren können. Sozusagen als Geschoss in einem Tunnel.

Auf dem Weg zu diesem nächsten Riesenprojekt sucht der Visionär Musk auf der ganzen Welt nach Ideen für neue Transportmöglichkeiten. Deshalb hat er einen Wettbewerb, den «Hyperloop Pod Competition», ausgeschrieben, bei dem der Schnellste gewinnen wird. Vielleicht die ETH Zürich, die sich wie andere 1200 Teams letzten September für die Teilnahme beworben hat.

Deshalb wird der ETH-Student Lucia Di Tizio mit 19 ETH-Kollegen nach Los Angeles reisen, um sich dort auf den Final vorzubereiten. Bereits nach Los Angeles vorausgeschickt haben sie den Swissloop. Ein sogenannter Pod, eine futuristische 3,5 Meter lange Kapsel – vielleicht der Zug von morgen.

Noch sitzt Luca Di Tizio in einem Büro in einem Zürcher ETH-Gebäude. Sein Team hat es unter den 1200 Bewerben unter jene 27 geschafft, die von Musks Firma SpaceX zum Final zugelassen sind. ETH-Studenten aus dem Maschinenbau, der Materialtechnik und -wissenschaften sowie der Physik werden diese Woche versuchen, den Swissloop so schnell wie möglich zu bewegen. Elon Musks Firma SpaceX stellt dafür in der Nähe des Flughafens von Los Angeles einen 1,25 Kilometer langen Testtunnel zur Verfügung.

Jener Finalist, der sein Gefährt am schnellsten durch diesen Tunnel bringt, gewinnt den ersten Preis. «Die Teststrecke ist entlang dem SpaceX-Firmen­areal aufgebaut worden», sagt Di Tizio. Diese Tunnelröhre ist der weltweit zweitgrösste Vakuumtunnel nach jenem des Cern in Genf. Bis am 26. August wird das ETH-Team den Sprint des Swissloop vorbereiten. «Am 27. August hat dann jedes Team einen halbstündigen Slot. Schliesslich wird geschaut, wer in diesem die Höchstgeschwindigkeit erreicht», erklärt der Zürcher ETH-Maschinenbauingenieur, der soeben den Bachelor abgeschlossen hat.

Das Ziel ist 400 km/h

Das Ziel des ETH-Teams ist es, im Final eine Geschwindigkeit von 400 km/h zu erreichen. Eigentlich sollten mit dem Swissloop sogar 1200 km/h möglich sein. Doch im 1,25 Kilometer langen Vakuumtunnel wäre der Pod, die Kapsel, dann nicht mehr zu bremsen.

Der Pod schwebt, wenn er eine Geschwindigkeit von 40 km/h erreicht hat. Dann entwickeln starke Magnete im Pod genug Kraft, um diesen einen Zentimeter über dem Boden schweben zu lassen. Die Magnetschienen auf der Unterseite des Pods erzeugen Wirbelströme auf der Aluminiumplatte in der Vakuumtunnelröhre, wenn sie über die Platte geschoben werden, bis der Pod zu schweben beginnt. «Geschwindigkeiten von 1000 km/h erreicht man nicht mit Rädern», erklärt Di Tizio. «Deshalb müssen wir schweben.» Beschleunigt wird die Kapsel durch einen Kaltgasantrieb. Der Swissloop wird – ähnlich wie eine Rakete – angetrieben, indem komprimierte Luft durch den Druckunterschied aus dem Pod in die Vakuumröhre geschossen wird. Ohne irgendwelche Schadstoffe. Mit einem solchen Antrieb könnte die Strecke von Zürich nach Berlin in 35 Minuten zurückgelegt werden, in 15 Minuten wäre man in Genf.

Magnetschwebebahnen gibt es einige wenige, die Geschwindigkeiten um die 500 Kilometer pro Stunde erreichen. In Japan und China zum Beispiel. Im Final der «Hyperloop Pod Competition» wird sich am kommenden Wochenende zeigen, ob die elegante Kapsel der ETH Zürich den Realitätstest besteht.

Luca Di Tizio ist guter Dinge. Die Zeit für die Vorbereitung sei zwar recht kurz gewesen, aber sehr intensiv. Mit der Unterstützung von vierzig Industriepartnern hat ein Team von insgesamt fünfzig Studenten das Projekt mit einem Gesamtwert von einer halben Million Franken nun seit September bis zum Final gestemmt. Noch wird in der Kapsel der ETH nur ein Dummy auf einem Stuhl sitzen. Irgendwann sollen aber Menschen damit transportiert werden. Di Tizio rechnet damit, dass dann die Röhren nicht unter-, sondern eher oberirdisch geführt werden.

Elon Musk will die Röhre unterirdisch bauen

Elon Musk sieht seinen Hyperloop im Moment unterirdisch, hatte zu Beginn aber einen oberirdischen im Plan. Damit will er den Osten mit dem Westen der USA verbinden. Vielleicht mit dem Antrieb der ETH Zürich? Luca Di Tizio denkt eher an ein europäisches Netz, auf dem ein Nachfolger der 250 Kilogramm schweren Kapsel aus Aluminium und Karbon einst schweben wird. Zuerst allerdings gilt es in Los Angeles Elon Musk zu beeindrucken. Eine Anstellung bei SpaceX wird für die ETH-Studenten allerdings nicht rausschauen. «SpaceX darf nur US-Amerikaner einstellen, weil die Firma am Raketenprogramm beteiligt ist», sagt Luca Di Tizio.

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