Der Mann das Weib – Teil 2

Kurze Zusammenfassung des 1. Teils: Aufgrund meiner ausserordentlich scharfsinnigen Beobachtungsgabe behaupte ich dreist, dem Resultat jahrzehntelanger naiver Plastikproduktion gemischt mit regem Antibabypillen-Pippi, ins Gesicht geschaut zu haben. Mehrfach.

Lara Stoll
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Lara Stoll ist Slam-Poetin und Filmstudentin Die weiteren Kolumnisten: Agathe Nisple, Matthias Hüppi, Dieter Thomä, Gabriel Vetter

Lara Stoll ist Slam-Poetin und Filmstudentin Die weiteren Kolumnisten: Agathe Nisple, Matthias Hüppi, Dieter Thomä, Gabriel Vetter

Kurze Zusammenfassung des 1. Teils: Aufgrund meiner ausserordentlich scharfsinnigen Beobachtungsgabe behaupte ich dreist, dem Resultat jahrzehntelanger naiver Plastikproduktion gemischt mit regem Antibabypillen-Pippi, ins Gesicht geschaut zu haben. Mehrfach. Meine geschätzten Damen und Damen, ich sehe es: die Verweiblichung des Mannes. Sie führt dazu, dass niemand mehr ins Militär will, der Mann der Frau im Haushalt hilft und gerne auch mal Teilzeit arbeitet.

Östrogene im Trinkwasser

Wir verzeichnen aus verschiedensten Gründen Östrogene im Trinkwasser – in PET-Flaschen lauern sie ebenfalls. Es handelt sich konkret um Substanzen, die weiblichen Sexualhormonen ähneln und die schliesslich beim «Verzehr» des Getränks auch in unsere Körper gelangen. Das ist insofern nichts Neues, nur dass mutige Toxikologen nun gar zu sagen wagen, dass dadurch der Anteil Homosexueller steigen und die Kriminalitätsrate sinken wird.

Ich glaube ja vieles, meine Damen und Damen, aber das erscheint mir nun etwas gar weit hergeholt. Allgemein hat sich bei mir Skepsis breitgemacht. Während ich dieser «Verweiblichung» in der letzten Kolumne noch positiv gegenüber stand, sehe ich das nun ein wenig anders. Ich wollte damals eben nur sehen, was ich sehen wollte: meinen Freund, der mit mir Pyjama-Parties bestreitet, Feta im Salat und bunte Klodeckel. Was ich mir jedoch nicht überlegt habe: Was ist, wenn der Mann der Frau auf einmal die Rolle stiehlt?

Was kommt als nächstes?

Ich sage Ihnen, bevor ich wieder in feste Hände geraten bin, hatte ich diverse Verabredungen, und ich wurde jedes Mal bekocht, jedes Mal! Und es war auch noch gut, jedes Mal! Die Männer heutzutage kochen phantastisch, ja jeder von denen hat besser gekocht als ich. Damals war ich vom Zustand des «Geschmeichelt-Seins» abgelenkt, habe nicht erkannt, dass da ein weiteres Indiz lauert. Wobei mein Scharfsinn da wohl versagt hat. Indiz ist das kaum zu nennen, eher Wink mit dem Zaun… äh Steamer.

Wenn jetzt also der verweiblichte Mann die Macht über die Küche übernommen hat, was kommt dann als nächstes? Bestellt er einen Caesar Salad bei McDonald's und teilt ihn? Es gibt Grenzen. Schliesslich stiess ich auf einen weiteren grossen Denkfehler meinerseits. Auch wir Frauen konsumieren dieses Wasser, auch wir Frauen trinken aus PET-Flaschen, das heisst wir sind ebenfalls viel zu vielen weiblichen Hormonen ausgesetzt. Das wiederum bedeutet, dass Mann und Frau nicht Rollen tauschen werden, sondern dass die Frauen ergo auch «verweichlichen». Die verweiblichte Frau ist dem Mannsweib (= den zukünftigen noch verweiblichteren Männern) dann natürlich wieder unterlegen.

Niemand trägt Spinnen raus

Jetzt fragen Sie sich mal, wer dann die böse Spinne rausträgt? Niemand. Niemand wird mehr irgendwelche Spinnen raustragen, es wird überall Spinnen haben, meine sehr geehrten Damen und Damen. Wir werden kulturelle Einbussen zu befürchten haben, niemand dreht mehr Kung-Fu-Filme, niemand revolutioniert SCI-Effekte, das Cern wird eingestrickt und das Gottesteilchen ins Beet gesetzt.

Und erst der Sport

Was die Sport-Landschaft betrifft, so wird im Football, Fussball und Basketball im besten Falle der Ball durch eine Erdbeertorte ersetzt. Ein unheimliches Szenario, nicht wahr? Aber keine Angst liebe Damen, dies ist glücklicherweise nur der Pseudo-Investigativ-Journalismus einer albernen Thurgauerin. Ein paar Gedanken sollten Sie sich aber dennoch machen; die kleine Moralkeule zum Schluss: Kaufen Sie doch lieber Glas statt PET, auch wenn unterm Strich beides etwa ökologisch gleichwertig abschneidet. Sie wissen schon, einfach wegen der Spinnen, der vielen, vielen Spinnen.

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