Der Einfluss der TV-Köche

«Auf allen TV-Kanälen wird ständig gekocht», klagt eine Bekannte. Damit hat die Frau, die selber gerne kocht, nicht ganz Unrecht. Kochsendungen gibt es mindestens so viele wie Fussballübertragungen.

Andreas Stock
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Bild: Andreas Stock

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«Auf allen TV-Kanälen wird ständig gekocht», klagt eine Bekannte. Damit hat die Frau, die selber gerne kocht, nicht ganz Unrecht. Kochsendungen gibt es mindestens so viele wie Fussballübertragungen. Auf irgendeinem Sender brutzelt gewiss ein Koch gerade eine gehackte Zwiebel in der Pfanne oder zeigt, wie schön das Gemüse aus dem Dampfgarer aussieht. Wenn dann der Appetit schön angeregt ist, schlurft der Zuschauer zum Kühlschrank und schiebt ein Fertig- oder Halbfertigprodukt in den Ofen. Es wurden noch nie so viele Kochbücher und Kochsendungen produziert – trotzdem gibt es immer mehr Convenience-Food, wie das neudeutsch heisst, in den Verkaufsregalen.

Doch weckt die Kocherei auf der Mattscheibe auch bei etlichen die Lust, an den Herd zu stehen. Kürzlich beim Kochkurs in der Region liegt die Aufmerksamkeit des Kochs zwar darauf, dass man sich an die Rezeptvorgaben hält, aber ein mindestens so grosses Auge wirft der Chef de cuisine darauf, wie das kochende Grüppchen mit Abfällen umgeht. «Food Waste», die Verschwendung von Lebensmitteln, goutiert er gar nicht. Der Koch klagt darüber, wie oft Kursbesucher viel zu grosszügig beim Wegschneiden von Gemüse oder Wegwerfen von vermeintlichem Abfall seien. Nicht ganz unschuldig ob des sorglosen Umgangs mit Lebensmitteln scheinen einige Fernseh-Köche. Dort wird das grosszügige Wegschnipseln teils als schwungvolle Show inszeniert: Hopp, und weg damit!