Der Coup der Spitzenköche in Skandinavien

Die schwedische Ernährungsjournalistin und Kochbuchautorin Margareta Schildt-Landgren beginnt ihr neues Buch mit einem Eingeständnis: «Wir Skandinavier», schreibt sie, «haben uns so sehr von der mediterranen Kochkultur vereinnahmen lassen, dass wir unsere eigene fast vergessen haben.

Beda Hanimann
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Die schwedische Ernährungsjournalistin und Kochbuchautorin Margareta Schildt-Landgren beginnt ihr neues Buch mit einem Eingeständnis: «Wir Skandinavier», schreibt sie, «haben uns so sehr von der mediterranen Kochkultur vereinnahmen lassen, dass wir unsere eigene fast vergessen haben.» Ihr Buch ist eine Rückbesinnung auf die eigenen kulinarischen Wurzeln – und vor allem Produkte. Olivenöl oder Wein sucht man deshalb vergebens in den Zutatenlisten, dafür Butter und Rapsöl oder Apfelwein und Beerensäfte.

Eine Einzelkämpferin ist die Schwedin nicht. Die nordische Küche hat sich in den letzten Jahren einen wichtigen Platz in der internationalen Kochszene erobert. Das ist wesentlich dem Coup einer Reihe von Spitzenköchen aus Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark und Island zu verdanken, die auch die Politiker in die Küche geholt und 2004 gemeinsam mit dem Nordischen Ministerrat ein «Manifest der neuen nordischen Küche» definiert haben.

Das zehn Punkte umfassende Manifest pocht auf Reinheit, Frische, Schlichtheit und Ethik, es bezieht modernes Wissen über Gesundheit und Wohlbefinden mit ein und propagiert den permanenten Austausch von Konsumenten, Köchen, Produzenten, Händlern, Wissenschaftern und Politikern. Das anregende Kochbuch basiert auf dem Manifest – welches der Sternekoch Björn Frantzén mit einem schon fast wieder universalen schwedischen Sprichwort zusammenfasst: «Grabe dort, wo du stehst.»

Margareta Schildt-Landgren: Die neue nordische Küche. AT Verlag 2015, 236 S., Fr. 32.90

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