Depeche Mode 2015: Düster, brachial, aber auch schwülstig und süss

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Nach dem Veröffentlichungsdatum eines neuen Albums von Depeche Mode kann man den Wecker stellen. Alle vier Jahre, im Frühling, kommt etwas Neues von der weltweit erfolgreichsten Synthie-Pop-Band aller Zeiten. Aber das war es auch schon mit den Verlässlichkeiten. Die überzeugende Platte, die von James Ford (Florence & The Machine, Arctic Monkeys) produziert wurde, hat richtig Biss, ist mit ihrem Mix aus Blues, Folk und energetischen Elektrorhythmen vielschichtig und komplex. Klingt oft wüst und manchmal auch ganz sanft. Erneut stammt der Grossteil der Songs von Gore, aber auch Gahan hat wieder vier Stücke beigetragen, das schwülstig-brachiale «You Move» ist eine Gemeinschaftskomposition. Am Beginn des Albums stehen mit «Going Backwards», «Where’s The Revolution» und «The Worst Crime» drei Songs mit explizit politischem Inhalt. Wer «Spirit» gehört hat, der macht sich danach definitiv mehr Sorgen um die Welt als vorher.

Depeche Mode: «Spirit», Columbia, ab 17. März im Handel

Live: 18.6.2017, Stadion Letzigrund, Zürich