Den Triumph hinausposaunen

Hupkonzerte gehören zur Fussball-EM wie Nationalhymnen, verschossene Elfmeter und die Spielanalysen von Alain Sutter. Anders als im Alltag aber steht die Hupe hier nicht für Gefahr, sondern für Triumph und Freude.

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«Wir haben gewonnen!»: Hupkonvoi nach einem EM-Spiel. (Bild: ky/Gaëtan Bally))

«Wir haben gewonnen!»: Hupkonvoi nach einem EM-Spiel. (Bild: ky/Gaëtan Bally))

Hupen und Signalhörner haben eine lange Geschichte. Im militärischen Alltag riefen sie zur Schlacht, auf der Jagd begleiteten sie das Geschehen. Und im Strassenverkehr gehören sie zur Grundausstattung der Fahrzeuge, um auf Gefahren hinzuweisen. Wer hupt, bestimmt das Geschehen, Ambulanz- oder Feuerwehrfahrzeuge unterstreichen mit ihren Sondersignalen, dass sie Vortritt haben. Und wer als gewöhnlicher Autofahrer hupt, der sagt damit: Aufgepasst, jetzt komme ich.

Das ist ein Ausdruck von Selbstbewusstsein, von Macht auch – und damit passt die Autohupe auch wieder zum Feiern eines Sieges an der Fussball-EM. Hupen sind die Instrumente der Mächtigen und Stärkeren, die Instrumente der Sieger und des Triumphs. Und das Hupen aus Freude nimmt dem Gerät etwas von der Aggressivität, die es sonst im Verkehrsalltag hat. (Hn.)

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