Das Universum ist älter

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat in Paris die bislang genaueste Karte der fossilen Strahlung aus der Zeit des Urknalls vorgestellt. Rüdiger Vaas

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Die 2009 gestartete Raumsonde Planck der ESA besitzt die präzisesten Instrumente zur Messung des «Babyfotos» unseres Universums, die jemals entwickelt wurden. In neun verschiedenen Frequenzbändern zwischen 30 und 857 Gigahertz registrierten zwei Detektoren die Mikrowellenstrahlung vom gesamten Himmel.

Die genauste Himmelskarte

In jahrelanger Arbeit haben die Wissenschafter diese Daten der ersten 151/2 Monate Messzeit nun ausgewertet und die störenden Vordergrundsignale von der Milchstrasse und anderen Galaxien herausgerechnet. Das Ergebnis ist die genaueste Himmelskarte der Kosmischen Hintergrundstrahlung, die es überhaupt gibt.

Eine Goldmine

George Efstathiou von der «University of Cambridge» sprach in Paris von einer «Goldmine der Information». Aus den Planck-Daten lässt sich das Weltalter erschliessen. Das Ergebnis: Wir leben heute 13,81 Milliarden Jahre nach dem Urknall. Dieser Wert ist nun auf plus/minus 50 Millionen Jahre genau bekannt. Der neue Wert ist geringfügig höher als der bisherige. «Jeder von uns ist etwa 100 Millionen Jahre älter als gedacht», scherzte Efstathiou.

Auch die Zusammensetzung des Universums ist nun genauer bekannt. Es besteht zu 68,3 Prozent aus der ominösen Dunklen Energie (die die Ausdehnung des Alls seit sechs Milliarden Jahren beschleunigt), aus 26,8 Prozent Dunkler Materie (unbekannte Elementarteilchen, die nicht elektromagnetisch wechselwirken) und nur aus 4,9 Prozent gewöhnlicher Materie (Protonen, Neutronen und Elektronen). Nur über diesen Anteil, aus dem wir selbst bestehen, wissen wir Bescheid.