Das tolpatschige Wunderkind

Diese Hollywood-Diva fällt dauernd auf die Nase. Mehrheitlich in Dior, auf Bühnen und auf roten Teppichen. Sie trinkt wie ein Bürstenbinder, lacht wie eine Hyäne und schneidet Grimassen wie ein Teenager. Reisst permanent Witze.

Odilia Hiller
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Diese Hollywood-Diva fällt dauernd auf die Nase. Mehrheitlich in Dior, auf Bühnen und auf roten Teppichen. Sie trinkt wie ein Bürstenbinder, lacht wie eine Hyäne und schneidet Grimassen wie ein Teenager. Reisst permanent Witze. Nein, wir reden hier nicht von irgendeinem suchtmittelabhängigen, verwöhnten ehemaligen Disney-Star, der nicht weiss, wohin mit sich, und im Zweifelsfall einfach die Brüste entblösst. Wir reden von einem Ausnahmetalent. Der momentan höchstbezahlten und erfolgreichsten Schauspielerin weltweit. Zurzeit stolpert sie sich auf Promotour für den vierten «Tribute von Panem»-Film durch die Hauptstädte. In der «Tonight Show» von Jimmy Fallon auf NBC erzählt sie offenherzig von den peinlichsten Momenten ihres Lebens: Sie hielt eine ältere Dame an einer Preisverleihung für die bereits tote Elizabeth Taylor – und rieb ihr das auch unter die Nase; sie stellte sich Francis Ford Coppola vor, ohne zu merken, dass ihr Tom-Ford-Kleid hinten offenstand und der Tanga hervorlugte. Es ist die gleiche 25-Jährige, die öffentlich Hollywoods unfaire Lohnpolitik gegenüber Frauen anprangert. Die Oscars und Golden Globes abräumt, weil sie ihren Rollen so viel Ernst und Tiefe verleiht, dass es einen schaudert. Man muss sie einfach gern haben. Weil sie sich nicht zu ernst nimmt und beharrlich an ihrem eigenen Mythos sägt. Es ist Jennifer Lawrence, Antiheldin und bestes Beispiel, was aus einem ADHS-Kind alles werden kann.