«Das ist kein undifferenziertes SRG-Bashing»

Nik Lüthi von der «Medienwoche» spricht von einer «verlorenen Generation», als er in der vom Ringier-Journalisten Hannes Britschgi geleiteten Podiumsdiskussion zum Jahrbuch «Qualität der Medien» Stellung nimmt.

Rolf App
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Kontroverse Ansichten (von links): Rainer Stadler (NZZ), Mark Eisenegger (Jahrbuch), Nik Lüthi (Medienwoche), Daniel Foppa (Tages-Anzeiger) und Hannes Britschgi (Moderator). (Bild: key/Lukas Lehmann)

Kontroverse Ansichten (von links): Rainer Stadler (NZZ), Mark Eisenegger (Jahrbuch), Nik Lüthi (Medienwoche), Daniel Foppa (Tages-Anzeiger) und Hannes Britschgi (Moderator). (Bild: key/Lukas Lehmann)

Nik Lüthi von der «Medienwoche» spricht von einer «verlorenen Generation», als er in der vom Ringier-Journalisten Hannes Britschgi geleiteten Podiumsdiskussion zum Jahrbuch «Qualität der Medien» Stellung nimmt. «Die Medien haben sich zu lange darauf verlassen, dass junge Menschen sich mit dem Älterwerden automatisch den Qualitätsmedien zuwenden.»

«Wir müssen noch mehr wissen»

Es ist eine Ansicht, die in ihrer Radikalität von Daniel Foppa vom «Tages-Anzeiger» nicht geteilt wird, während NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler rät, das für das Jahrbuch verantwortliche Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich möge einmal genauer erforschen, welche Jungen sich vorwiegend über Softnews informierten. «Wir müssen noch mehr wissen», gesteht Mark Eisenegger vom Forschungsinstitut ein. Er glaubt aber nicht, dass sich am Befund viel ändern wird, dass die Jungen den Qualitätsmedien mehr und mehr abhanden kommen.

Grosse Fragezeichen setzen die Medienvertreter hinter die These, dass die Medien unter politischem Druck von rechts stünden. «Wir bewegen uns in einer journalistischen Blase», sagt etwa Nik Lüthi. «Da sollte man Titel wie die <Basler Zeitung> und die <Weltwoche> nicht grösser machen, als sie sind. Sie haben ihre weltanschauliche Berechtigung.» Und auf die Bemerkung von Daniel Foppa, die Leitartikel der NZZ vor und nach den Wahlen seien in ihrer klaren parteipolitischen Aussage bemerkenswert und beunruhigend gewesen, entgegnet Rainer Stadler: «Man kann nicht aus zwei Fällen einen Trend konstruieren.»

Darf man die SRG kritisieren?

Umgekehrt widerspricht Foppa der These, die Medien nähmen die SRG als Gegner wahr und kritisierten sie deshalb so hart. «Ich halte es für legitim, in einem Abstimmungskampf die SRG zu problematisieren. Das ist kein undifferenziertes SRG-Bashing.» Dass der wahre Gegner woanders sitze, unterstreicht der im Publikum anwesende SRG-Generaldirektor Roger de Weck. Im Vergleich zu Google sei die SRG ein Zwerg.