Das hängt mir zum Pulli raus

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Das hängt mir zum Pulli raus

Das hängt mir zum Pulli raus

Ausgefranst und aufgekratzt.Wäre das nicht herrlich: Man nimmt einen alten, lose gestrickten Pulli und fängt an, diesen kreuz und quer mit bunter Wolle zu besticken. Eher zu verunstalten. Mal entstehen Kreuze, mal Buchstaben, dann wieder Zickzack-Muster. Die Enden der Wollfäden werden hängen gelassen. Abschneiden ist verboten. Es muss aussehen, als kehre man die Rückseite des Pullovers nach aussen. Doch dem ist nicht so. Unfertig muss das wollene Kunstwerk aussehen. So jedenfalls will es der italienische Designer Cristiano Burani. Und er ist nicht der einzige Modeschöpfer, der diesen Winter Kleider zeigt, die aussehen, als wären sie noch in Arbeit und erst zur Anprobe bereit oder als hätte eine Katze daran ihre Krallen gewetzt.

Da gibt es Fransen aus Schnüren, Bändern und Strickgarn. Aus Wolle, Pailletten oder Leder. Mal gehäkelt, mal gestickt oder geflochten. Sie schmücken ländliche Kleider, Jacken, Mäntel und Pullis. Beim Anblick der unordentlich herunterhängenden Fäden möchte man am liebsten zur Schere greifen, um mal gründlich aufzuräumen. Doch wer mag sich schon als Modemuffel outen? Drum nur Mut: Ein alter Pulli findet sich wohl auch noch in meinem Schrank. Und ein paar ungebrauchte Wollknäuel, Zotteln oder Schuh­bändel.

Yvonne Forster

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