Das Country-Schätzchen

Patrick Kennedy, US-amerikanischer Politiker und verwandt mit John F. Kennedy, ist ein «Swiftie»: ein Fan von Taylor Swift. «Wir lieben Taylor Swift. Sie ist ein grossartiger Freund und wir freuen uns für Conor», sagte er vor einem Monat.

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Benimmt sich anständig: Sängerin Taylor Swift glaubt nämlich, ihre Enkel würden sie später googeln. (Bild: Matt Sayles/Invision)

Benimmt sich anständig: Sängerin Taylor Swift glaubt nämlich, ihre Enkel würden sie später googeln. (Bild: Matt Sayles/Invision)

Patrick Kennedy, US-amerikanischer Politiker und verwandt mit John F. Kennedy, ist ein «Swiftie»: ein Fan von Taylor Swift. «Wir lieben Taylor Swift. Sie ist ein grossartiger Freund und wir freuen uns für Conor», sagte er vor einem Monat. Conor Kennedy ist sein Neffe und war damals mit Amerikas erfolgreichstem Country-Pop-Star zusammen. Nun ist die Romanze vorbei und Taylor Swift macht, was sie häufig tut: Sie verarbeitet die zerbrochene Beziehung in der Musik. Auf dem Album «Red», das im Oktober erschienen ist, wird sie in «We Are Never Ever Getting Back Together» deutlich: «Wir werden niemals, niemals, niemals wieder zusammenkommen.»

Als Kind lebt sie unter Christbäumen

Aufgewachsen ist Taylor Swift auf einer Weihnachtsbaum-Farm in Pennsylvania. «Wenn deine Familie davon lebt, Weihnachtsbäume zu verkaufen, gibt es kaum ein anderes Thema», sagt Swift in einem Interview. «Trotzdem ist Weihnachten für mich noch immer ein magisches Fest.»

Später in der Schule lernt sie zu singen, Songs zu schreiben und Gitarre zu spielen. «Wenn du als Musiker ein Instrument beherrschst, bist du mobil. Du kannst einfach irgendwo hingehen und spielen.» Mit 14 zieht sie mit ihrer Familie nach Nashville, um Country-Musik zu machen. Ihr erstes Album «Taylor Swift» schiesst 2006 direkt auf Platz fünf der amerikanischen Charts. Ihr Rezept: eingängiger Country-Pop gepaart mit der Erscheinung des All-American-Girls. Blonde Locken, Kussmund und Beine, die bis in den Himmel ragen. Ihre Lieder schreibt Swift fast alle selber. Das hat ihr bisher sechs Grammys eingebracht. «Speak Now», ihr drittes Album, zählt laut dem Magazin «Rolling Stone» zu den Top 50 der besten Frauenalben. 2011 war sie mit Einnahmen von über 35 Millionen Dollar die bestverdienende Popkünstlerin der Welt, schreibt das Branchenmagazin «Billboard». Trotzdem: Die Sängerin fasst erst mit dem Album «Red» langsam Fuss in Europa. Einen Nummer-eins-Hit hatte sie in der Schweiz noch nie. Ihr Album war in den Top-Ten, fiel aber jüngst auf Platz 18 zurück. Amerika feiert sie umso mehr: In der Nacht auf gestern erhielt sie den vom Publikum verliehenen «American Music Award» zum fünftenmal in Folge als beste Countrysängerin. «Das ist irreal», sagte die 22-Jährige an der Preisverleihung.

Trotz des Erfolges gibt sich Taylor Swift bodenständig und reisst immer noch ungläubig den Mund auf, wenn Journalisten ihr erzählen, welchen Erfolg sie wieder gebrochen haben soll. Über ihr Liebesleben – sie soll schon mit Jake Gyllenhaal, John Mayer und Zac Efron zusammen gewesen sein – schweigt sie. Ihre Lieder erzählten genug Privates.

Ihre Enkel werden sie googeln

Ihre Liedtexte sind jugendfrei, sie sagt nie etwas Ordinäres und im Internet kursieren keine Bilder einer halbnackten Taylor Swift. «Ich lebe in dem Bewusstsein, dass irgendwann meine Enkel jedes Zitat, jede Handlung, ja selbst jedes meiner Outfits googeln könnten.»

Die Enkel – es wäre eine schöne Geschichte geworden mit dem Kennedy-Spross. Nun, Taylor Swift hat andere Pläne. Welche, erfährt man vielleicht in ihren Liedern.

Cathrin Michael