Dada feiert Geburtstag

Zürich steht dieses Jahr ganz im Zeichen von Dada. Die Kunstbewegung nahm dort vor 100 Jahren ihren Anfang. Ein vierseitiger Schwerpunkt untersucht den Mythos Dada und beleuchtet Verbindungen von Dada zur Ostschweiz.

Christina Genova
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Der Direktor des Zürcher Cabarets Voltaire, Adrian Notz, im legendären Holländerstübli, wo Dada geboren wurde. (Bild: pd/Ayse Yavas)

Der Direktor des Zürcher Cabarets Voltaire, Adrian Notz, im legendären Holländerstübli, wo Dada geboren wurde. (Bild: pd/Ayse Yavas)

Am 5. Februar feiert Dada den 100. Geburtstag. Geboren wurde die einzige Kunstbewegung mit internationaler Strahlkraft, die von der Schweiz ausgegangen ist, im Cabaret Voltaire im Zürcher Niederdorf. Hebammen waren Hugo Ball und seine Lebensgefährtin Emmy Hennings. Obwohl man sie den «Stern des Cabaret Voltaire» nannte, stand die schillernde Künstlerin immer etwas im Schatten Hugo Balls. Ein Porträt zeigt auf, welche Rolle die Literatin, Diseuse und Kabarettistin in den Anfangszeiten von Dada spielte.

Seit zehn Jahren ist Adrian Notz Direktor des Cabaret Voltaire. Im Interview erzählt er, was ihn heute noch an Dada fasziniert und welche Atmosphäre vor hundert Jahren im Cabaret Voltaire herrschte: «Es war wohl ziemlich eng, wild, heiss, verraucht und es floss viel Alkohol.»

Die meisten Dadaisten waren damals Kriegsflüchtlinge, die sich vor dem Ersten Weltkrieg in die neutrale Schweiz gerettet hatten. Zu den wenigen Schweizer Dadaisten gehörte die Trognerin Sophie Taeuber-Arp. Auch der Dichter Arthur Cravan, der später die Literatur von Dada und des Surrealismus prägen sollte, hat eine Verbindung zur Ostschweiz: Er besuchte zwei Jahre das Institut Dr. Schmidt auf dem Rosenberg. Auch heute gibt es Ostschweizer Kulturschaffende, die sich Dada verbunden fühlen. Drei davon – das Künstlerduo Com & Com, der Dichter Christian Uetz und die Tänzerin und Choreographin Nelly Bütikofer – werden näher vorgestellt. Wer danach noch nicht genug von Dada hat, kann alles Weitere im Dada-ABC nachlesen.

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 30. Januar.

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