COMEBACK: A-ha ziehen den Stecker

Sie haben den Synthie-Sound der 80er mitgeprägt. Jetzt haben A-ha ein Unplugged-Album herausgegeben.

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Mittsommernächte haben im Norden ihren ganz eigenen Zauber. Genau so eine Nacht hat die Popband A-ha für ein Experiment gewählt: Erstmals in ihrer mehr als 30 Jahre langen Karriere schalten die drei Norweger die Verstärker ab und spielen vor Publikum akustisch. Sie auf das ­Wesentliche zu reduzieren, gibt Welthits wie «The Sun always ­shines on TV» einen ganz neuen Zauber. Und noch viel mehr: Vor Mitternachtssonne auf der winzigen norwegischen Insel Giske finden A-ha, die alternde, oft tief zerstrittene Band, ihren Ton wieder. Die Aufnahmen der zwei ­intimen Konzerte erscheinen am Freitag, 13. Oktober, als MTV-­unplugged-Album «Summer Solstice».

Wie sehr sich die A-ha-Musiker neu erfinden, zeigt am besten «Take on me». Auf Giske spielen die drei ihr Markenzeichen ganz zum Schluss – wie immer, wenn sie live auftreten. Doch akustisch ist die sonst schnelle Uptempo-Nummer ruhig, melancholisch, sehnsuchtsvoll. Ein ganz neuer Song. Drei Minuten Magie. So, wie «Take on me» vielleicht hätte werden können, wenn A-ha 1985 nicht unbedingt einen kommerziellen Hit hätte haben wollen. Über diesen Song hätten sie vor den Akustik-Konzerten viel gestritten. Allerdings ausnahmsweise mal nicht miteinander, sondern mit Produzent Lars Horntveth, der die A-ha-Welthits auseinanderpflückte und unplugged neu zusammensetzte.

Sie wollten nicht mehr zusammen in einem Raum sein

Die Arbeit an den Songs habe die drei zusammengeschweisst. Normalerweise versuchen Sänger Harket, Gitarrist Waaktaar-Savoy und Keyboarder Furuholmen so wenig Zeit wie möglich im gleichen Raum zu verbringen. Plötzlich aber gehen sie so selbstverständlich miteinander wie seit Jahrzehnten nicht. Die Band, die sich schon mehrmals trennte und irgendwie immer wieder zusammenkam, denkt schon lange eher von Projekt zu Projekt. Das unplugged-Experiment gab ihnen die Möglichkeit, alten Liedern neues Leben einzuhauchen, «Der akustische Rahmen ist eine nacktere Art, einen Song zu präsentieren», sagt Harket. Die Setlist enthält neben zwei neuen Songs, «This is Our Home» und «Break in the Clouds», auch drei selten live gespielte: «This Alone is Love», «Over the Treetops» und «Memorial Beach». A-ha gehen damit auf eine Reise in die eigene Vergangenheit. Im Januar und Februar gehen sie mit diesen Versionen auf Tour in mehrere Länder. Sie werden wochenlang eng beisammenhocken. Genug Gelegenheit zu beweisen, dass diese mystische Stimmung auch einen Winter übersteht.

Theresa Münch, dpa