Chinas Schweinemast ist ein Problem

Wissenschafter haben vor dem unkontrollierten Einsatz von Antibiotika in der chinesischen Schweinemast gewarnt. Die massive Nutzung führe zur Ansammlung von Resistenzgenen in der Umwelt, berichten Forscher aus China und den USA.

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Antibiotika: In Europas Schweinezucht streng kontrolliert. (Bild: Urs Bucher)

Antibiotika: In Europas Schweinezucht streng kontrolliert. (Bild: Urs Bucher)

Wissenschafter haben vor dem unkontrollierten Einsatz von Antibiotika in der chinesischen Schweinemast gewarnt. Die massive Nutzung führe zur Ansammlung von Resistenzgenen in der Umwelt, berichten Forscher aus China und den USA.

Nicht kontrollierter Einsatz

Sie fanden auf drei grossen Schweinefarmen insgesamt 149 verschiedene Resistenzgene, zum Teil in hoher Konzentration. Da Bakterien die Gene untereinander austauschen können, bestehe die Gefahr, dass Antibiotika auch bei der Behandlung von Infektionskrankheiten des Menschen zunehmend ihre Wirkung verlieren, schreiben die Forscher.

Nach Angaben der Autoren um Yong-Guan Zhu von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften ist China weltweit der grösste Produzent und Konsument von Antibiotika. Der Einsatz der Medikamente sei in der Tierhaltung nicht kontrolliert. Das führe oft dazu, dass grosse Mengen zur Behandlung von Krankheiten, aber auch zur Wachstumsförderung eingesetzt würden.

Weltweit eine Gefahr

«Die Resistenzgene können die Bevölkerung über Lebensmittel, Trinkwasser oder den Kontakt mit Farmarbeitern erreichen», erläutert James Tiedje von der Michigan State University, der das Forschungsteam leitete. «Wegen dieser unerwünschten Ausbreitung stellen die Resistenzgene weltweit eine potenzielle Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Sie sollten als Schadstoffe klassifiziert werden.» In Europa dürfen Antibiotika in der Tierhaltung nur zur Behandlung von Krankheiten verabreicht werden. (sda)